Organisation für Menschen mit Hörproblemen

Jenseits der Cochlea-Implantate

Knochenverankerte Hörgeräte

Bei knochenverankerten Hörgeräten handelt es sich um spezielle Hörgeräte, die den Schall nicht verstärken wie konventionelle Hörgeräte, sondern in starke Vibrationen umwandeln. Sie werden immer dann eingesetzt, wenn Schall nicht den natürlichen Weg über das Aussen- und Mittelohr zum Innenohr nehmen kann.

 

Knochenleitungshörgeräte sind für Personen mit Schallleitungs- oder kombinierter Schwerhörigkeit geeignet. Sie werden ebenfalls bei einseitiger Taubheit eingesetzt. Sie werden von der IV zu 100 Prozent finanziert, im AHV-Alter zu 75 Prozent. Das Einsetzen der knochenverankerten Hörgeräte bezahlt die Krankenkasse.

 

Grundsätzliche Funktionsweise knochenverankerter Hörgeräte

Der Schall wird vom extern getragenen Mikrofon im Audioprozessor, der hinter dem Ohr platziert ist, aufgenommen, in elektrische Signale umgewandelt und an das Implantat weitergegeben. Das Implantat, das unter der Haut positioniert ist, wandelt die Signale anschliessend in mechanische Schwingungen um. Diese werden über die Knochenleitung direkt zum Innenohr übertragen und wie normaler Klang verarbeitet. Die Verbindung des Audioprozessors mit dem Implantat ist entweder ein Knopf, auf den der Prozessor aufgesteckt ist, oder ein Magnet, der den Prozessor hält. Die häufigsten Typen von Knochenleitungshörgeräten sind:

 

  • BAHA (Cochlear)
  • Bonebridge (MED-EL)
  • Ponto (Oticon)

 

Aktive Mittelohr-Implantatsysteme

Sie eignen sich zur Behandlung von leichten bis schweren Innnenohrhörverlusten, Schalleitungs- und kombinierten Hörverlusten. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn aus medizinischen oder audiologischen Gründen keine anderen Hörhilfen in Frage kommen.

 

Im Unterschied zum Cochlea-Implantat wird durch sie keine elektrische Stimulation in der Cochlea vorgenommen, sondern mechanische Energie zur Verstärkung der Bewegungen der Mittelohrknöchelchen eingebracht. Der äussere Gehörgang bleibt offen, weshalb insbesondere Patienten mit Entzündunen im Gehörgang oder einem ausgeprägten Okklusionseffekt (Verschluss des Gehörgangs mit Otoplastik) für ein aktives Mittelohrimplantat in Frage kommen. Mitteolohrimplantate werden u.a. hergestellt von MET, Carina, DACS von Cochlear, Esteem von Envoy Medical und Soundbridge von MED-EL.

 

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