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"H Ö R E N "

Aktuell

28. Juni 2010
Umfrage für unsere dezibel-Leser

Liebe dezibel-LeserInnen
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dezibel Umfrage
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28. Juni 2010
Konsummagazin: Hörgeräte ab Stange

Nicht jedes Hörgerät muss in einem Spezialgeschäft gekauft werden. Apotheken bieten ein günstige Alternative an. Was taugen Hörgeräte aus der Apotheke?

Weitere Infos dazu: 
http://www.drs1.ch/www/de/drs1.html

15. Juni 2010 Medienmitteilung von pro audito schweiz
pro audito schweiz erfreut über Verankerung von Vergabeverfahren

pro audito schweiz begrüsst den Vorschlag des Ständerates, die Ausschreibung von medizinischen Hilfsmitteln und somit auch von Hörgeräten im Invalidengesetz zu verankern.

Der Ständerat will Ausschreibungen medizinischer Hilfsmittel gesetzlich verankern. Der Rat hat dies mit 28 gegen 9 Stimmen entschieden. Der Ständerat plädiert somit für echten Markt. pro audito schweiz unterstützt den Vorschlag, im Invalidengesetz die „Beschaffung und Vergütung von Hilfsmitteln“ zu verankern. Dies ermöglicht es dem Bundesrat, die IV anzuweisen, Hörgeräte in einem öffentlichen Vergabeverfahren be-schaffen zu lassen.  So setze der Ständerat ein deutliches Zeichen für einen liberalen Markt und für tiefere Hörgeräte-Preise, sagt Barbara Wenk, Zentralpräsidentin von pro audito schweiz. Es mache Sinn, so Wenk, dem Bundesrat alle möglichen Instrumente in die Hand geben, um die Hörgerätepreise nachhaltig zum Sinken zu bringen.

Ständerat: Problem im Markt erkannt

pro audito schweiz, die Organisation für Menschen mit Hörproblemen, strebt einen Kompromiss an, welcher für alle eine gute Lösung darstellt. Es gebe erste Anzeichen, dass pro audito schweiz und die Branchenvertreter sich einer gemeinsamen Lösung annäherten, so Wenk. Diese werde möglich, wenn auch die Branche die Möglichkeit öffentlicher Vergabeverfahren anerkenne und davon absehe, die Bundesrats- und Ständeratslösung zu kritisieren.

Wettbewerbskommission soll handeln

pro audito schweiz wird in den kommenden Wochen und Monaten ihre Informationstä-tigkeit zugunsten der Menschen mit Hörproblemen weiterführen. „Es kann nicht sein, dass Hörbehinderte und die Invalidenversicherung jene Margen berappen, welche die Hörgerätehersteller und die Akustiker auf ihren überteuerten Geräten kassieren“, sagt Erwin Gruber, Zentralsekretär von pro audito schweiz. „Wir rufen auch die Wettbe-werbskommission auf, ihrer Voruntersuchung eine echte Untersuchung des Hörgerä-temarktes folgen zu lassen“, sagt Gruber.

Ferner wiederholt pro audito schweiz ihre Forderung, dass die Verantwortlichen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) den seit dem 1. Januar 2010 gültigen Tarifvertrag mit den Akustikerverbänden auf den 31. Dezember 2010 kündigen. Dieser Vertrag wurde ohne Beteiligung der betroffenen Hörbehinderten abgeschlossen. Er benachteiligt die Hörbehinderten massiv, die Erträge der Akustiker und der Hörgeräte-hersteller beeinträchtigt er hingegen nicht.
Die zukünftige Hörgeräteversorgung soll unkompliziert, für die Hörbehinderten mit günstigen Bezugsmöglichkeiten, und frei von Markteinschränkungen gestaltet werden.

08. Juni 2010
Medienmitteilung von pro audito schweiz

pro audito schweiz und BAK Basel: Ausschreibung als weiteres
Instrument zur Kostensenkung im Hörgerätemarkt

pro audito schweiz begrüsst die Studie von BAK Basel, welche die kosten- und preisbe-stimmenden Faktoren für Hörmittel vergleicht. Das heute anlässlich eines Sessionsan-lasses der Hörgerätebranche in Bern formulierte Fazit, öffentliche Vergabeverfahren sollten nicht das einzige kostensenkend wirkende Instrument im Invalidengesetz sein, begrüsst pro audito schweiz. Wichtig ist für pro audito schweiz: Nötige Preissenkungen bei Hörgeräten sollen nicht nur von den Hörbehinderten und der IV finanziert werde. Auch die Hörmittelindustrie solle beitragen, dass die IV die nötigen Einsparungen von 1.2 Milliarden Schweizer Franken erbringen kann.

Die heute in Bern vorgestellte Studie der BAK Basel zu kosten- und preisbestimmenden Faktoren für Hörmittel ist ergänzend zu den bekannten Tatsachen interessant, würdigt sie doch die von Bundesrat und Ständeratskommission geplante Gesetzesgrundlage von Vergabeverfahren als Kos-tendämpfungsmassnahme, welche vom Bundesrat neben anderen Instrumenten angewendet werden könnte.
Die Margen auf den Hörgeräten sind zu hoch und werden heute durch die IV und die Hörbehinderten finanziert. Mittels der von Bundesrat und Ständeratskommission vorgeschlagenen gesetzlichen Verankerung öffentlicher Vergabeverfahren können die Preise wesentlich gesenkt werden – so dass alle Leistungserbringen etwas zu den 1.2 Milliarden Einsparungen beitragen, welche die IV erbringen muss. Barbara Wenk, Zentralpräsidentin von pro audito schweiz, der Organisation für Menschen mit Hörproblemen: „Die Gesundheitskommission des Ständerates hat das Problem erkannt und sie hat die richtige Lösung vorgespurt“. Wenn der Bundesrat die Kompetenz erhalte, Hilfsmittel und darunter Hörgeräte in einem öffentlichen Vergabeverfahren zu beschaffen, „dann werden die Preise sinken.“  pro audito schweiz wird die Rahmenbedingungen für allfällige Vergabeverfahren mitbestimmen, sie wird die Qualität der damit beschafften Hörgeräte vorgängig prüfen und sie wird für gute Anpassungsdienstleistungen sorgen...

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6. Juni 2010
Medienmitteilung pro audito schweiz     
Delegiertenversammlung pro audito schweiz in Altdorf/Uri vom 5. Juni 2010

6. IV-Revision: BSV informiert Hörbehinderte in Altdorf

Was beinhaltet die 6. IV-Revision wirklich? Wie steht es mit der Ausschreibung von Hörgeräten? Darüber informierte Stefan Ritler, BSV-Leiter Geschäftsfeld IV, die Delegierten von pro audito schweiz in Altdorf/Uri am Samstag.

pro audito schweiz kämpft an allen Fronten für tiefere Hörgeräte-Preise. Dieses für hörgeschädigte Menschen wichtige Thema wurde auch an der Delegiertenversammlung des grössten Schweizer Hörbehindertenverbandes in Altdorf / Uri breit diskutiert. «pro audito scheiz begrüsst den Vorschlag der ständerätlichen Gesundheitskommission, die Ausschreibung von medizinischen Hilfsmitteln und somit auch von Hörgeräte im Invalidengesetz zu verankern», sagte Verbandspräsidentin Barbara Wenk vor den Delegierten.

Vom Chevrolet zum Volkswagen
Stefan Ritler, BSV-Leiter Geschäftsfeld IV, erläuterte die zweigeteilte 6. IV-Revision. Ziel ist, der IV eine stabile Basis zu geben. Mitte Juni wird der Ständerat die 6a-Vorlage beraten, im Herbst dann der Nationalrat. Die 6b-Revision soll gemäss Ritler noch vor den Sommerferien vom Bundesrat verabschiedet werden. Angestrebt wird in Zukunft ein Sparvolumen von 1,2 Milliarden Franken jährlich. «Wir müssen uns von der «Vollkasko-Versicherung» verabschieden und vom Chevrolet auf den Volkswagen umsteigen», so Ritler...

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1. Juni 2010
Offener Brief von pro audito schweiz an die Parlamentarier

Hörgeräte? Sind Sie des Themas überdrüssig? Bitte lesen Sie dennoch zu Ende. Wir erzählen Ihnen, wie die Hörgerätebranche uns die politische Unterstützung streitig machen will.

Kapitel 1: Herr Nationalrat Ruedi Joder war 9 Jahre lang Zentralvorstandsmitglied von pro audito schweiz. Im Herbst 2009 fragten wir ihn an, ob er eine von pro audito schweiz zu gründende „parlamentarische Gruppe für Menschen mit Hörproblemen“ präsidieren möchte. Er sagte zu. Wir konstituierten mit viel Aufwand einen überparteilichen Vorstand und konnten rund 40 Mitglieder gewinnen – so dass Herr Joder am Sessionsanlass im Dezember 2009 nur die Anwesenden zu begrüssen hatte. Alles andere erledigten wir.

Kapitel 2: Anfang 2010 mussten wir zur Kenntnis nehmen, wie Ruedi Joder sich von pro audito schweiz abwandte. Darum baten wir ihn, er möge das Präsidium nieder legen. Herr Joder lehnte ab. Kurz vor den Wahlen in Bern trat er aus dem Vorstand von pro audito schweiz aus. Da war klar: Die „für“ Herrn Joder gegründete Gruppe sollte andere Ziele als die unsrigen verfolgen.

Kapitel 3: Über die von uns „für“ Ruedi Joder gegründete Gruppe lädt er nun mit der Hörgerätebranche zu einem Sessionsanlass ein, an dem Hörbehinderte nicht zu Wort kommen. Hingegen werden Herr Luca Mastroberardino, Geschäftsführer Phonak Schweiz und Herr Stefan Born, Präsident Akustika Ihnen erneut ihre umstrittene Preispolitik erläutern.

Kapitel 4: Wir bleiben dran und kämpfen weiter: Für eine nachhaltige Hörgeräteversorgung und für fairen Wettbewerb. Zugunsten der IV und der Hörbehinderten. Wie von der Gesundheitskommission des Ständerates im Invalidengesetz vorgegeben, soll es künftig möglich werden, auch Hörgeräte über öffentliche Vergabeverfahren beschaffen zu können. Der so entstehende Wettbewerb nützt der IV und uns Hörbehinderten. Diese Regelung ist sinnvoll und sie im Hilfsmittelmarkt wegweisend.

Danke, dass Sie uns zuhören.

Barbara Wenk 
Zentralpräsidentin      

Erwin Gruber
Zentralsekretär

31. Mai 2010
Hörgeräte: Offener Streit um Parlamentsgruppe
Massive Kritik an SVP-Nationalrat Rudolf Joder

von othmar von matt

Der Konflikt schwelt seit Monaten: Sind die Hörgeräte für IV-Rentner überteuert oder nicht? Jetzt eskaliert er zum offenen Krieg um die Parlamentariergruppe «für Menschen mit Hörproblemen». Sie umfasst 41 National- und Ständeräte. Im Fokus der Vorwürfe steht SVP-Nationalrat Rudolf Joder, Präsident der Gruppe. «Joder scheint unter dem Druck der Branche klein beigegeben zu haben», kriti-siert CVP-Präsident Christophe Darbellay, selbst Mitglieder der Gruppe. «Er hat sich von der muskulösen und finanzkräftigen Branche instrumentalisieren lassen – und die gesamte Gruppe mit ihm.»

ganzer Medientext
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26. Mai 2010
TV-Führungen 22.6.2010 / 17 Uhr - Letzte Plätze!

Es sind noch letzte Plätze frei für Führungen für hörbehinderte Menschen beim Schweizer Fernsehen.
Bitte melden Sie sich bis allerspätestens 10. Juni 2010 an bei: Margrit Lanz, St. Alban Tal 41, 4052 Basel, Tel. 061 272 35 82, E-Mail: lanzstalban@balcab.ch.

21. Mai 2010
pro audito schweiz begrüsst den Vorschlag der ständerätlichen Gesundheitskommission, die Ausschreibung von medizinischen Hilfsmitteln und somit auch von Hörgeräten im Invalidengesetz zu verankern.


Die Gesundheitskommission des Ständerates will Ausschreibungen medizinischer Hilfsmittel gesetzlich verankern. Sie hat dies mit 9 gegen 1 Stimme bei 2 Enthaltungen entschieden. Die SGK des Ständerates plädiert somit für echten Markt. pro audito schweiz unterstützt den Vorschlag, in Art. 21 quater des Invalidengesetzes die „Beschaffung und Vergütung von Hilfsmitteln“ zu verankern. Dies ermöglicht es dem Bundesrat, die IV anzuweisen, Hörgeräte in einem Ausschreibeverfahren zu beschaffen.  So setzt die Kommission ein deutliches Zeichen für einen liberalen Markt und für tiefere Hörgeräte-Preise. „Wir haben ein Etappenziel erreicht“, sagt Barbara Wenk, Zentralpräsidentin von pro audito schweiz. Sie hoffe, dass im Juni der Ständerat seiner Kommission folgen wird.

Ständeratskommission: Problem im Markt erkannt

pro audito schweiz, die Organisation für Menschen mit Hörproblemen deutet den Kommissionsentscheid auch als klares Verdikt gegenüber der Hörgerätebranche, welche bisher keine substanziellen Preissenkungen zuliess. Damit, so Wenk, sei man im Kampf um einen liberalen Hörgerätemarkt einen Schritt weiter. Die SGK wolle den Menschen mit Hörproblemen und der IV alle Instrumente in die Hand geben, um die in der Schweiz stark überhöhten Hörgerätepreise nachhaltig zum Sinken zu bringen.

pro audito schweiz wird in den kommenden Wochen und Monaten ihre Informationstätigkeit zugunsten der Menschen mit Hörproblemen weiterführen. „Es kann nicht sein, dass Hörbehinderte und die Invalidenversicherung jene Margen berappen, welche die Hörgerätehersteller und die Akustiker auf ihren überteuerten Geräten kassieren“, sagt Erwin Gruber, Zentralsekretär von pro audito schweiz. „Wir rufen auch die Wettbewerbskommission auf, ihrer Voruntersuchung eine echte Untersuchung des Hörgerätemarktes folgen zu lassen“, sagt Gruber.

Wettbewerbskommission soll handeln

Ferner wiederholt pro audito schweiz ihre Forderung, dass die Verantwortlichen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) den seit dem 1. Januar 2010 gültigen Tarifvertrag mit den Akustikerverbänden auf den 31. Dezember 2010 kündigen. Dieser Vertrag wurde ohne Beteiligung der betroffenen Hörbehinderten abgeschlossen. Er benachteiligt die Hörbehinderten massiv, die Erträge der Akustiker und der Hörgerätehersteller beeinträchtigt er hingegen nicht.

Die zukünftige Hörgeräteversorgung soll unkompliziert, für die Hörbehinderten mit günstigen Bezugsmöglichkeiten, und frei von Markteinschränkungen gestaltet werden.

Kontakt:

Barbara Wenk
Zentralpräsidentin pro audito schweiz
062 723 67 52 www.pro-audito.ch

 

 

12. Mai 2010
Arena ab Ende Mai mit Untertiteln

Die Diskussionssendung Arena wird ab 28. Mai 2010 mit Untertiteln ausgestrahlt. Damit erfüllt SWISS TXT, welche die Untertitelung für alle SRG-Sender erstellt, einen langgehegten Wunsch vieler Hörbehinderter.

Damit die Sendung überhaupt untertitelt werden kann, setzt SWISS TXT zwei Respeaker ein, welche die Dialektsendung auf hochdeutsch nachsprechen. Ein spezielles Softwareprogramm wandelt die Sprache in Untertitel um.

Die Sendung wird jeweils am Freitag ab 22.20 Uhr auf SF1 ausgestrahlt. Die Untertitel können auf Teletextseite 777 oder über die Optionen der Settop-Box abgerufen werden.

11. Mai
pro audito Charta-Portrait

Heute um 10:00 wird das pro Audito CHARTA-Portrait auf Radio X ausgestrahlt. (Wdh. Mittwoch 12. Mai um 15:00). Das MP3-File kann unter

http://www.diecharta.ch/Portraits-zum-Nachhoeren.71.0.html

abgerufen werden.

 

26. April 2010
Artikel aus  Sonntag / MLZ; 25.04.2010; Seite 23
Ärzte für staatlichen Hörgeräte-Einkauf

Jetzt mischt sich auch die Ärztegesellschaft FMH in den Hörgeräte-Streit ein. Sie stellt sich hinter den bundesrätlichen Vorschlag zur 6. Revision der Invalidenversicherung (IV). «Die FMH befürwortet die Möglichkeit, Hilfsmitte zentral einzukaufen», sagt Präsident Jacques de Haller. «So können die heute überhöhten Margen und Preise gesenkt werden. Allein das Erwägen einer Ausschreibung kann preissenkend wirken.»
Die umstrittene Regelung über die öffentliche Ausschreibung betrifft nicht nur die Hörgeräte, sondern alle Hilfsmittel wie zum Beispiel auch Rollstühle. Der Bund hofft so, der sanierungsbedürftigen IV jährliche Einsparungen von knapp 50 Millionen Franken zu ermöglichen.
Ob das Parlament dem Wunsch des Bundesrats folgt, ist noch offen. Die ständerätliche Sozialkommission hat zwar mit der Behandlung der6. IV-Revision begonnen, die Detailberatung aber auf Mitte Mai verschoben, wie Kommissionspräsident Alex Kuprecht sagt. Das Ziel sei aber noch immer, die IV-Revision im Sommer in den Rat zu bringen. (FV)
 

26. April 2010
Artikel aus Sonntag / MLZ; 25.04.2010; Seite 23 
Überteuerte Hörgeräte: Der Zwischenhandel sahnt ab

Die Bank Vontobel rechnet vor, wer im umstrittenen Hörgeräte-Markt das grosse Geld macht
Von Florence Vuichard

Würden Hörgeräte in der Apotheke oder beim Optiker verkauft statt in Akustik-Fachgeschäften, könnte viel Geld gespart werden. Der Zwischenhandel kassiert heute 60 bis 75 Prozent des Endpreises.
Der Bund will die Erlaubnis erhalten, bei Bedarf Hörgeräte und andere Hilfsmittel auszuschreiben und zentral einzukaufen. Er hofft so, die relativ hohen Preise drücken und die Ausgaben für die Invalidenversicherung (IV) und die AHV senken zu können, die gemeinsam mit den Patienten die Kosten tragen müssen.
In der Tat sind die Preise für Hörgeräte ziemlich hoch. Hauptprofiteure sind aber nicht die Hersteller, wie jetzt aus einer Marktanalyse der Bank Vontobel hervorgeht. Das Geld fliesse «zum grössten Teil in den Sack des Zwischenhandels», sagt Vontobel-Analyst Christoph Gubler und fügt gleich ein Beispiel an: Ein Premium-Hörgerät, wie zum Beispiel das Phonak Naida, habe Herstellungskosten von rund 100 Franken, werde für 1500 Franken an den Zwischenhändler verkauft, der es dann für einen stolzen Preis von 4500 Franken an den Endkunden abgibt. «Handelt es sich beim Zwischenhändler um eine grosse Kette, die eine grosse Menge desselben Hörgeräte-Typs kaufen kann, dann bekommt sie es sogar für 750 Franken, verrechnet aber dem Endkunden weiterhin die 4500 Franken.» Gublers Fazit in Zahlen: «60 bis 75 Prozent des Endpreises fliesst in den Zwischenhandel.» Das heisst zu den Akustikern.
In der Schweiz halten kleine, unabhängige Akustiker rund 40 Prozent Marktanteil, die grossen, mehrheitlich ausländischen Ketten teilen sich die übrigen 60 Prozent. Der Zwischenhandel sei generell ziemlich ineffizient organisiert und leide an Überkapazitäten, sagt Gubler. Das Geld fliesse in eine teure Infrastruktur mit vielen, kleinen Läden mit wenig Kundschaft. Es gibt laut Gubler in der Schweiz – wie auch in anderen Ländern – dreimal so viele Akustiker wie Apotheken. Doch während pro Jahr84 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in eine Apotheke gehen, besuchen während der gleichen Zeit nur gerade zwei Prozent einen Akustiker. «Unsere Berechnungen haben ergeben, dass es im Vergleich mit anderen Läden rund fünfmal zu viele Akustiker-Läden gibt», sagt der Vontobel-Analyst.
Im freien Markt wäre ein Konsolidierungsprozess unumgänglich. Doch Hörgeräte sind keine «freien Güter», ihre hohen Endverkaufspreise sind oft über Tarifverträge staatlich abgesegnet. «Bleiben die Preise hoch, muss sich der Zwischenhandel nicht anpassen», sagt Gubler. Das sieht wohl auch der Bund so, weshalb er jetzt über die Ausschreibung ein weiteres Druckmittel erhalten will.
Etwas Bewegung im Markt erhofft sich Gubler vom technologischen Fortschritt, das heisst von den neuen Hörgeräten, die keine komplizierten Einstellungen durch die Akustiker mehr benötigen. Diese könnten auch über andere Kanäle und somit deutlich günstiger verkauft werden. Konkret denkt Gubler an Apotheken, Drogerien oder auch an Optiker. Erste solche Versuche gibts schon – auch in der Schweiz: So verkauft etwa Fielmann Hörgeräte. Die Apothekenkette und Galenica-Tochter Amavita hat mit Standardgeräten gar einen Marktanteil von 3 Prozent erobert.
Beim Branchenverband Akustika sieht man dem Wandel gelassen entgegen. Präsident Stefan Born räumt zwar ein, dass in fünf bis zehn Jahren wohl ein Teil der Hörgeräte in anderen Läden oder im Internet verkauft würden. «Aber der Fachmann wird seinen Platz verteidigen können», sagt er und verweist auf die allein schon aus demografischen Gründen erwartete Mengenausweitung.
Born verteidigt auch den hohen Preisanteil, den die Akustiker beim Verkauf des Hörgeräts erhalten. «Pro Kunde rechnen wir im Schnitt mit zehn bis zwölf Stunden Arbeit für die Anpassung und die Nachbetreuung. Dies ist für den Anpasserfolg und die Zufriedenheit des Kunden wichtig», sagt er.

31. Januar 2010
Hörgeräte: Weko untersucht
Die Wettbewerbskommission eröffnet Vorabklärungen

von othmar von matt

Am Montag entschied das Sekretariat der Wettbewerbskommission, eine Vorabklärung in Sachen Hörgeräten zu treffen. Das bestätigt Vizedirektor Olivier Schaller. «Der Inhalt dieser Vorabklärung ist ziemlich breit», sagt Schaller. «Wir sammeln Informationen, um zu sehen, ob es Indizien für eine Verletzung des Kartellgesetzes gibt.»

Schon der abgetretene IV-Chef Alard Du Bois-Reymond vermutete Kartelle auf dem Hörgerätemarkt. Er habe «deutliche Hinweise» darauf, dass in der Schweiz «ein rechtswidriges Kartell oder ein Monopol bestehe», auch wenn sich dies nicht beweisen lasse, sagte er in einem Interview im «Sonntag». Bei den Hörgeräten liege von allen Hilfsmitteln mit 50 Millionen Franken das grösste Sparpotenzial drin. In Grossbritannien kosteten diese Geräte bis zu zehnmal weniger.

Die Weko beruft sich bei ihrem Entscheid aber nicht nur auf diese Aussagen. «Wir haben eigene Recherchen gemacht», sagt Schaller. Die Weko habe entsprechende Hinweise erhalten, will ihre Quellen aber nicht bekannt geben. Die Weko hat inzwischen an die Hersteller und Vertreiber von Hörgeräten Fragebogen verschickt, die diese innerhalb eines Monats beantworten müssen. Die Vorabklärungen werden einige Monate dauern.

20. Januar 2010
Gute Nachrichten aus dem Ständerat

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Ständerates hat die Überführung der Hörgeräte ins KVG einstimmig (keine JA-Stimme) abgelehnt. Ausschlaggebend war laut Auskunft von Präsident Alex Kuprecht das Argument der Verschiebung von einer Sozialversicherung in die andere sowie jenes der Kostenexplosion in der Grundversicherung im KVG. Die Schreiben von pro audito schweiz seien diesbezüglich sehr hilfreich gewesen.

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Bild: Junge Frau am Telefonieren

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"Unerhört"

Bild  1. Seite Comic

Unter der Trägerschaft von pro audito schweiz ist eine Bildgeschichte zum Thema
Hörbehinderung entstanden.  Für weitere Informationen siehe auch http://www.schulverlag.ch/9.642.00 ( für Lehrpersonen) und www.edi.admin.ch/ebgb.

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