Frühlingswanderung auf geschichtsträchtigen Pfaden in Küttigen AG

Mittwoch, 4. Mai 2022

Urs Bircher, unser Aktivmitglied, ist in Küttigen bei Aarau aufgewachsen, ganz in der Nähe des Galgehübels. Seit langem interessiert er sich für seine Herkunft. Seine langjährigen  Nachforschungen hat er in einem 90-seitigen Bericht veröffentlicht. Dieser trägt den Titel Wurmberg und Galgehübel und kann beim Verfasser, wurmhuebel@bluewin.ch,  bezogen werden.

 

Bei schönstem Frühlingswetter begaben sich acht Interessierte auf den rund zweistündigen Spaziergang. Immer wieder blieb man stehen, schaute in die Natur  und lauschte gespannt den fundierten Erläuterungen von Urs. Auf dem Gebiet des Wurmberges wurden seit dem 15. Jahrhundert Reben gepflanzt. Heute ist die Hanglage mit Einfamilienhäusern aus dem letzten Jahrhundert überbaut. Die „Häuschen im Grünen“ werden laufend durch kubische Neubauten ersetzt, Nicht alle passen optimal ins Bild. Die prächtige Wohnlage gewährt einen herrlichen Blick nach Aarau und an klaren Tagen bis zu den Alpen. In Küttigen gibt es auch heute noch Reben, nämlich an der bekannten Lage „Hasebergler“. Sie werden von der Familie Wehrli bewirtschaftet.

 

Das zweite Thema galt dem Galgehübel. Der Galgen erfüllte einen doppelten Zweck. Einerseits war er eine Hinrichtungsanlage für Verurteilte und andererseits war er Machtsymbol der regierenden Herrschaft. Deshalb der Standort auf einem Hügel. Der letzte im Oberamt Biberstein Hingerichtete war 1715 der Erlinsbacher Heini Matter. Er wurde wegen Sodomie mit einer Geiss verurteilt.

 

Spuren des einstigen Bohnerzabbaus haben wir im coupierten Gelände des Buechwaldes angetroffen. Es gibt dort kleine Vertiefungen, wo früher geschürft wurde, oder trichterförmige Absenkungen über eingestürzten Gruben. Ein anspruchsvolles aber spannendes Gelände für Orientierungsläufer. Bohnerz ist ein Ablagerungsprodukt, das in der Form von Erzkügelchen (Bohnen) vorkommt.

 

Nach dieser geschichtlich und geographisch hochinteressanten Wanderung setzten wir uns im Kafi Dorf zu Dessert und Kaffee nieder, während es draussen in schweren Tropfen zu regnen begann. Unser herzlicher Dank geht an Urs Bircher und Jacqueline Keller, die uns diese Perle von Wanderung geschenkt haben.

Louis Schuppisser

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