Behandlung von Tinnitus

Die wichtigste Regel, wenn Sie ein Ohrgeräusch wahrnehmen: Ruhe bewahren und den Arzt aufsuchen.

Jeder Tinnitus, der sich nicht «wegschlafen» lässt, sollte rasch ärztlich abgeklärt werden. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt schliesst zunächst organische Ursachen aus. Beratung und die Einschätzung des persönlichen Leidensdrucks sind ausserdem wichtige erste Therapie-Massnahmen.

Akuter Tinnitus: Kortison-Therapie

Bis zu einer Dauer von etwa drei Monaten spricht man von einem akuten Tinnitus. Der akute Tinnitus wird in der Regel zuerst mit Kortison behandelt. Betroffene sollten ausserdem versuchen, dem Geräusch möglichst wenig Beachtung zu schenken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verschwindet der Tinnitus dann von selbst: Die Spontanheilungsrate liegt bei ca. 70%.

Was tun, wenn der Tinnitus bleibt?

Bei andauerndem, also chronischem Tinnitus gibt es verschiedene Massnahmen, die greifen können:

  • Hörgeräte sind nützlich, um das eingeschränkte Hörvermögen wieder zu verbessern. Wird das Gehirn wieder mit anderen akustischen Reizen versorgt, steigen die Chancen, das Ohrgeräusch in den Griff zu bekommen.
  • Verschiedene Formen von Entspannungsverfahren können das Ohrgeräusch mindern.
  • Ist ein Ohrgeräusch durch Kopfbewegungen beeinflussbar oder bestehen starke Nackenverspannungen, kann eine physiotherapeutische Behandlung helfen.
  • Bei Kiefergelenksproblemen oder Verspannungen der Kaumuskulatur ist eine Beurteilung durch einen Zahnarzt oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen sinnvoll.
  • Manchmal kommen natürliche und künstliche Geräuschquellen zum Einsatz, die die Aufmerksamkeit vom störenden Tinnitus weg, und hin zu angenehmeren Geräuschen lenken.

Tinnitus und Depression

Etwa 1% der Tinnitus Betroffenen ist schwergradig belastet. Bei ihnen geht der Tinnitus mit einer psychischen Erkrankung, zum Beispiel einer Depression oder Angststörung, einher. Diese Negativspirale gilt es zunächst, zu durchbrechen. Zur Behandlung kommen überwiegend psychiatrische oder psychotherapeutische Therapieverfahren in Frage. Das gebräuchlichste ist die kognitive Verhaltenstherapie.

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