Verständigungskurse heissen neu „Hörtraining mit Lippenlesen“

Dienstag, 30. April 19

Die Edith Egloff, Fachverantwortliche Audioagogik, über die Gründe und Vorteile.

Wie bitte? Verständigung – was? So tönt es immer wieder, wenn ich erzähle, was wir Audioagoginnen von pro audito machen. Ich hole dann jeweils aus: Hören gelingt eben erst, wenn man auch versteht und dafür braucht es neben dem reinen Hören auch das Gehirn, welches das Gehörte richtig verarbeiten kann. Und dann sage ich oft ergänzend: Wir trainieren in den Kursen das Hören und lernen von den Lippen lesen. Und bei diesem Satz merke ich oft: Jetzt kann sich die Person etwas vorstellen. Lippenlesen – das ist das, was Fussballer machen, respektive was sie versuchen zu verhindern, indem sie die Hand vor den Mund halten.

Damit auch Personen ausserhalb der pro audito Welt verstehen, was wir machen, haben wir beschlossen, unsere Kurse, Seminare, Wochen neu unter „Hörtraining mit Lippenlesen“ anzubieten. Inhaltlich wird sich nicht viel ändern. Unser Ziel ist nach wie vor, dass wir Menschen mit einer Schwerhörigkeit unterstützen, besser zu verstehen. Während das Hörgerät respektive Hörsysteme helfen, Töne lauter und präziser zu hören, hilft Hörtraining und Lippenlesen das Verstehen zu verbessern. Hörgerät, Hörtraining und Lippenlesen kombiniert, tragen also zu einem guten Sprachverständnis bei.

Gerade für Personen, die weniger im sozialen Austausch stehen –z.B. wenn Familien- und Berufsphase abgeschlossen sind – ist es besonders gewinnbringend, in der Gruppe zu lernen. Allerjüngste Studien zeigen zudem, dass der soziale Austausch und das Lernen nicht nur zu einem besseren Verstehen führen, sondern auch zu einem gesünderen Altern beitragen und allenfalls einer Demenz vorbeugen.

Die Kurse gehören seit unserer Gründung vor rund 100 Jahren zu unserem Kernangebot. Und ich denke, wir übertreiben nicht, wenn wir sagen, dass niemand so viel Erfahrung und Kompetenzen wie pro audito in diesem Gebiet hat. In den Gründungszeiten, als die Hörgeräte noch viel weniger entwickelt waren, hiess es übrigens „Ablese-Kurs“. Da klingt Hörtraining und Lippenlesen doch zeitgemässer, nicht?

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