Spracherkennung und Dialekte: Das sind die Ergebnisse der Umfrage

Mittwoch, 22. Juni 22

Würden Sie eine App nutzen, die gesprochenes Schweizerdeutsch in hochdeutschen geschriebenen Text umwandelt? Gemeinsam mit der ZHAW hatte Pro Audito letzten Dezember eine Online-Umfrage gestartet, um den Bedarf und auch die Voraussetzungen für eine schweizerdeutsche Spracherkennungs-App speziell für Menschen mit einer Schwerhörigkeit abzuklären. Nun sind die Ergebnisse da.

Projektleiter Mark Cieliebak vom ZHAW-Centre for Artificial Intelligence (CAI)

166 Personen haben mitgemacht und die 27 Fragen beantwortet. Wichtigstes Ergebnis vorab: Das Interesse an einer technischen Lösung ist gross. Von den Teilnehmer:innen mit mittlerem bis schwerem Hörverlust können sich rund die Hälfte “vorstellen” oder “gut vorstellen”, eine solche Anwendung für besseres Verstehen im Alltag zu nutzen (konkret 44% der Befragten mit mittlerem Hörverlust und 62% mit schwerem Hörverlust). Wenn man nun davon ausgeht, in der Realität dann nicht tatsächlich 50 Prozent, sondern vielleicht nur 10 Prozent der Personen mit mittlerem und starkem Hörverlust als Nutzer:innen gewinnen zu können, sind das umgerechnet auf den Anteil Menschen mit Schwerhörigkeit in der Schweiz immer noch rund 20’000 Personen. „Das sind äusserst interessante Ergebnisse und ein durchaus attraktiver Business Case“, so Mark Cieliebak (siehe Bild), der das Projekt seitens dem ZHAW-Centre for Artificial Intelligence (CAI) leitete.

Die Frage «Angenommen, ein Speech-to-text Programm wäre nicht gratis. Welche Form der Bezahlung würden Sie bevorzugen und was wäre Ihnen die Nutzung wert?» brachte folgendes Ergebnis: Viele Befragte sind bereit, für eine Spracherkennungssoftware zu bezahlen – im Durchschnitt 100 CHF als einmaligen Fixbetrag bzw. durchschnittlich 14 CHF im Monatsabo.

Alle Ergebnisse und wie es mit diesem Projekt weitergeht, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe des  Dezibels, das Ende Juni erscheint.

Sie möchten das Dezibel bestellen? Hier finden Sie weitere Informationen.

Übrigens: Spracherkennungsanwendungen (engl.: Speech-to-Text)  ergänzen das Schriftdolmetschen. Sie eignen sich besonders für Arztbesuche, Beratungsgespräche etc., also Situationen, die über das Schriftdolmetschen nicht abgedeckt sind. Möchten Sie wissen, in welchen Fällen die IV die Kosten fürs Schriftdolmetschen übernimmt? Hier erfahren Sie mehr: https://www.pro-audito.ch/was-wir-tun/schriftdolmetschen/

 

Weitere News