
Prof. Dr. med. Christof Röösli, leitender Arzt an der ORL-Klinik des Universitätsspitals Zürich.
Der Alltag «ohne Stereo» birgt Tücken. Prof. Dr. Christof Röösli vom Universitätsspital Zürich spricht über Herausforderungen und Behandlungsoptionen für Menschen, die auf einem Ohr nicht (mehr) hören.
Was sind die besonderen Herausforderungen beim einseitigen Hören?
Am schwierigsten ist die räumliche Orientierung. Denn dafür brauchen wir unsere beiden Ohren. Wenn nur noch ein Ohr hört, dann weiss man plötzlich nicht mehr: Woher kommt der Ton? Und das kann natürlich gefährlich sein, vor allem im Strassenverkehr. Die zweite grosse Herausforderung ist das Verstehen im Störlärm, also zum Beispiel im Restaurant, wenn im Hintergrund Musik läuft. Das ist viel schwieriger, wenn man nur ein Ohr hat. Die dritte Schwierigkeit liegt auf der Hand: Wer auf der ertaubten Seite angesprochen wird, reagiert nicht. Und das kann zu Missverständnissen führen.
Was kann ich tun, wenn ich einseitig ertaubt bin und auf beiden Seiten hören möchte?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Variante ist ein so genanntes CROS Hörgerät. Dabei wird am nichthörenden Ohr ein Mikrofon getragen und am hörenden Ohr ein Lautsprecher. Oder man kann den Schall mit einem Knochenleitungshörgerät von der nichthörenden Seite auf die hörende Seite überleiten. Wenn man aber wieder Richtungshören will, dann bleibt nur die dritte Option übrig, das Cochlea-Implantat.
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