Im Notfall des Stadtspitals Zürich Triemli herrscht oft hektischer Betrieb. Mittendrin: Alex. Notfallpflege-Experte und – seit einer lebensverändernden Diagnose – ertaubt und beidseitiger CI-Träger.
«Im Sommer 2016 ging es los. Da war ich 29 Jahre alt» Polyangiitis mit Granulomatose lautet der Fachbegriff für Alex Leiden. Die Autoimmunerkrankung, eine Entzündung der Blutgefässe, ist auch bekannt als Morbus Wegener. Der Körper produziert überflüssiges Gewebe, meist beginnend im Nasen- und Rachenraum. Bei Alex ist dieses Gewebe bereits von der Nase bis ins Innenohr gewachsen und nur knapp zwei Monate nach der Diagnose ist das rechte Ohr vollständig ertaubt. Fieberhaft versuchen die Ärzte, die Entzündung einzudämmen und wenigstens das linke Ohr zu retten. Eher durch einen Zufall findet das Behandlungsteam das richtige Medikament. Die Entzündung klingt ab, die Autoimmunerkrankung ist vorläufig unter Kontrolle.
Mit CI zurück ins Leben
«Das Gehör zu verlieren, hat mich total isoliert», analysiert Alex nüchtern. «Man muss sich das vorstellen wie eine Käseglocke, die plötzlich über dich gestülpt wird. Dadurch habe ich etwas sehr Persönliches verloren.» Als seine HNO-Ärztin eine CI-Operation ins Spiel bringt, muss er deshalb nicht lange überlegen. Nach einem Jahr hat er sich mit der neuen Hörsituation arrangiert. Dann der Rückschlag: Hörsturz links. Gehör weg. Kurz danach: Die zweite CI-Operation. Alex kämpft sich zurück.
Traumberuf: Notfall
Die Wiedereingliederung in den Pflege-Beruf gelingt, aber Alex merkt schnell: Ich brauche eine Veränderung. «Da habe ich mich gefragt: Für was schlägt mein Herz?” Und die Antwort war klar. Notfall. Alex fängt an sich zu bewerben und findet im Stadtspital Zürich Triemli seinen Platz. Er startet seine Ausbildung als Experte Notfallpflege und wird, nach bestandener Prüfung, übernommen. Heute arbeitet Alex im 90 Prozent-Pensum. Dass das funktioniert, glaubt er, hat vor allem einen Grund: «Es braucht beide Seiten. Es hat das Triemli gebraucht, das mir die Chance gegeben hat. Und ich trage meinen Teil dazu bei, dass es funktioniert.»
Wo stösst Alex an seine Grenzen? Und wie lebt der junge Familienvater mit dem Damokles-Schwert Morbus Wegener? Lesen Sie den ganzen Artikel im aktuellen Dezibel
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