Organisation für Menschen mit Hörproblemen

Masern können Hörnerv schädigen

Kinder, aber auch Erwachsene, die an Masern erkranken, werden öfter auch schwerhörig. Masern können Ohrentzündungen auslösen, die den Hörnerv schädigen. Eine Masernimpfung würde das Risiko, schwerhörig zu werden, eliminieren. Dieser Überzeugung ist auch pro audito schweiz.

 

Risiko für eine Innenohrschwerhörigkeit

Masern können in jedem Alter auftreten. Anstecken kann man sich durch Tröpfcheninfektionen beim Husten und Niesen. Anzeichen für diese hoch ansteckende Viruserkrankung sind Fieber, Müdigkeit, Lichtscheue, Entzündung der Schleimhaut, Husten und Schnupfen. Bei rund einem Drittel der Erkrankten kommt es zu Hörschädigungen (Quelle: Center for Diseas Control and Prevention (CDC), USA).

 

«Untersuchungen aus Ländern vor der Impfung zeigen, dass 4 bis 9 Prozent der betroffenen Kinder an einer beidseitigen Innenohrschwerhörigkeit erkranken können», erklärt Prof. Dr. med. Thomas Linder, Chefarzt Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren- und Gesichtschirurgie am Luzerner Kantonsspital. «Je nach Ausprägung müssen diese Kinder mit Hörgeräten oder sogar einem CI versorgt werden. Bei der Mumps-Infektion ist die Erkrankung meist einseitig, bei Masern werden beide Ohren betroffen. Dabei können sowohl das Innenohr als auch die Nervenzellen betroffen sein.»

 

«Zudem», so Linder, «gibt es Hinweise, dass Masernviren Jahrzehnte nach der Infektion eine Otosklerose (Schalleitungsschwerhörigkeit durch Fixation des Steigbügels) auslösen können. Dazu hatte Prof. Arnold, damals noch in Luzern, wichtige Erkenntnisse gewinnen können. Das Risiko, durch eine Masern-Mumps-Röteln-Impfung eine Hörstörung zu erleiden, ist extrem klein, geschätzt auf 1 auf 8 Millionen Impfungen.»

 

Zunehmende «Masern-Importe»

Die Masernerkrankungen in der Schweiz sind zwar stark zurückgegangen. Das Bundesamt für Gesundheit BAG meldete zwischen 2013 und 2014 ein Sinken der Fallzahlen von 176 auf 23. Zwischen Januar und Mitte März 2015 zählte man acht Masernfälle. Im Schnitt werden jährlich rund 50 Masernfälle bekannt.

 

Allerdings kommen die Masern in asiatischen, afrikanischen und teilweise europäischen Ländern nach wie vor häufig vor. Damit man sich erst gar nicht mit dem Masernvirus ansteckt, ist eine Impfung notwendig. Doch in der Schweiz lassen nicht alle Eltern ihre Kinder gegen Masern impfen.

 

Warnung des BAG

Das BAG warnt vor weiteren Ausbrüchen aufgrund der nach wie vor ungenügenden Durchimpfungsquote. Reisen ins Ausland, vorab nach Asien, Afrika, Bosnien-Herzegowina, aber auch nach Berlin stellen ein wesentliches Infektionsrisiko dar und «importieren» die Masern in die Schweiz. Das Alter der Betroffenen lag gemäss BAG in 83 Prozent der 2014/2015 importierten Fälle bei 15 Jahren und älter.

 

Der individuelle Impfstatus sollte also regelmässig geprüft werden. Die Impfungen lassen sich jederzeit nachholen.
 

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