Organisation für Menschen mit Hörproblemen

Das Setting muss stimmen

Das Schriftdolmetschen stellt eine ausserordentliche mentale Leistung dar. Optimale Akustik und Infrastruk­tur, regelmässige Pausen, Doppeleinsätze und Unterlagen zur Vorbereitung sind wichtig, damit diese Leistung erbracht und eine umfassende Mitschrift erstellt werden kann.

 

Akustik und Infrastruktur

Ein Arbeitsplatz in optimaler Hör- und Sichtdistanz zu den Referentinnen und Referenten stellt sicher, dass die Schriftdolmetschenden das Gesprochene gut hören können. Stör- und Hintergrundgeräu­sche sind auszuschliessen.

 

Wenn ein Raum mit einer Induktion- bzw. Höranlage oder einer Ringlei­tung ausgerüstet ist, müssen auch die Schriftdolmetschenden mit Empfänger und Kopfhörern versehen wer­den.

 

Die Schriftdolmetscherinnen und Schriftdolmetscher bringen den eigenen Laptop, die persönliche Tasta­tur, die Text-on-Top-Soft­ware und ein Verlängerungskabel mit.

 

Der Veranstalter oder Kunde ist verantwortlich für

  • eine Ansprechperson für die Infrastruktur vor Ort, insbesondere bei Veranstaltungen in Vortragssä­len, Aulen, Mehrzweckgebäuden usw.
  • einen genügend grossen Tisch für Laptop, Tastatur und Unterlagen der Schriftdol­metschen­den und einen bequemen Stuhl, wenn möglich ohne Armlehnen und höhenver­stellbar, für optimale ergono­mische Verhältnisse
  • Leinwand und Beamer mit passenden Anschlusskabeln
  • Stromanschluss in der Nähe oder Verlängerungskabel mit Mehrfachsteck­leiste

 

Bei einem Doppeleinsatz (zwei Schriftdolmetschende gleichzeitig) wird ent­sprechend mehr Platz gebraucht.

 

Vorbereitung für Schriftdolmetschende

Das Schriftdolmetschen fordert von den Ausübenden eine ausserordentliche Hirnleistung mit hoher und langer Konzentrationsausdauer und einer guten Vorbereitung. Die Schriftdolmetschenden lesen sich vor dem Einsatz ins Thema ein und ergänzen ihre Textverarbeitung mit Abkürzungen der häufigs­ten Begriffe. Dadurch wird wertvolle Zeit während des Schreibens eingespart und eine noch vollstän­digere Mitschrift erzielt.

 

Alle Unterlagen, die dem Auftraggebenden und Veranstaltenden in schriftlicher oder elektroni­scher Form vorliegen, müssen eine Woche, spätestens jedoch 3 Tage vor der Veranstaltung direkt den Schriftdolmetschenden zugänglich gemacht werden.

 

Von druckfertigen Texten, die die Referenten ab Blatt vortragen, wird vorzugsweise keine Simul­tan-Mitschrift erstellt. Diese Texte können den Schriftdol­metschenden in elektroni­scher Form zuge­schickt, auf deren Laptop abge­speichert und anschliessend zeilen- bzw. ab­schnittweise im Sprech­tempo des Vortragenden präsentiert werden.

 

Werden den Schriftdolmetschenden Unterlagen vorenthalten oder zu spät zugestellt, liegt es in de­ren persönlichem Ermessen, ob sie eine an­gemessene Mitschrift erstellen können und den Auftrag ausführen oder allenfalls ablehnen.

 

Pausen für Schriftdolmetschende

Regelmässige Pausen sind sehr wichtig, damit die Schriftdolmetschenden sich erholen können. Nach 60 Minuten Mitschreiben ist eine Pause von mindestens 15 Minuten angebracht.

 

Doppeleinsatz von Schriftdolmetschenden

Für Einsätze, die ohne Pause länger als zwei Stunden dauern, sowie für Aufträge, die mit Pause mehr als drei Stunden dauern, ist ein Doppeleinsatz angebracht (zwei Schriftdolmetscherinnen/Schriftdolmetscher gleichzeitig).

 

Schriftdolmetschen sur place

Die Präsentation bzw. die Möglichkeit, das Geschriebene mitzulesen, richtet sich nach den Bedürfnis­sen der Kunden und nach der Infrastruktur an Ort und Stelle.

 

Kleines Publikum

Ein bis zwei hörbehinderte Personen können die Mitschrift direkt vom Laptop-Bildschirm der Schriftdolmetscherin ablesen. Beim Einsatz der Software «Text-on-Top» übermittelt die Schriftdolmetscherin die Mitschrift direkt auf den Laptop hörbehinderter Personen. Dies ermöglicht eine freie Sitzplatzwahl.

 

Grosses Publikum

Für mehrere Personen oder bei einem grossen Publikum überträgt die Schriftdolmetscherin den Text per Beamer auf eine Leinwand, die von allen Anwesenden, Hörenden und Hörbehinderten, eingesehen werden kann. Die Software «Text-on-Top» ermöglicht es Schriftdolmetschende, die Mitschrift direkt auf der Powerpoint-Präsentation einzublenden. Weitere Möglichkeiten zur Darstellung der Mitschrift sind mit pro audito schweiz vorgängig zu klären.

 

Fern-Schriftdolmetschen

Die Mitschrift kann auch über eine Internet Plattform oder über die Gratissoftware Skype erstellt werden. Dabei arbeiten die Schriftdolmetschenden von zu Hause aus und übermitteln den Text über das Internet auf den Laptop oder PC des Kunden. Für dieses Fern-Schriftdolmetschen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die vorgängig abgeklärt werden müssen. Damit eine ver­ständliche Mitschrift überhaupt möglich ist, sind optimale technische Einrichtungen, ein störungs­freier Empfang und eine klare Sprechdisziplin der Referenten unabdingbar.

 

Haben Sie Fragen zum Schriftdolmetschen?

Wenden Sie sich an pro audito schweiz: