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Experten geben Auskunft

18. Apri 2011
Wie funktioniert die SOS-Taste in der S-Bahn?

In den Doppelstockzügen der S-Bahn Zürich und in weiteren Fahrzeugen der SBB gibt es in jedem Wagen eine Notsprechstelle. Diese ist gut sichtbar beim Eingang platziert und auch die Bedienung scheint denkbar einfach: Ein Knopf ist zu drücken. Damit wird eine Sprechverbindung mit der Bahnpolizei aufgebaut, die auch gleich weiss aus welchem Zug der Notruf eingeht.

Was aber wenn der Anrufende sprach- oder hörbehindert ist?

Dafür gibt es eine zweite Taste an der Notsprechstelle die mit dem durchgestrichenen Ohr, versehen ist. Drückt ein hörbehinderter Mensch diese Taste weiss die Bahnpolizei, dass es sich um eine behinderte Person handelt. Nur hat sich damit die Not noch nicht gelöst. Die SBB-Broschüre „Reisen mit Handicap“ empfiehlt folgenden Ablauf:

Die sprach- oder hörbehinderte Person wird angehalten eine SMS an die Bahnpolizei zu schreiben. Kurz vor dem Absenden soll zuerst die grosse SOS-Taste gedrückt werden. Während das gelbe Lämpchen blinkt, findet der Verbindungsaufbau statt. Nach erfolgter Verbindung leuchtet das Lämpchen grün. Dann drückt die sprach- oder hörbehinderte Person die blaue Sondertaste und schickt die SMS ab. Die Bahnpolizei kann dann den Notruf mit der SMS kombinieren und nimmt ebenfalls per SMS Kontakt auf.

Die Gratis-Nummer der Bahnpolizei für alle Notfälle lautet 0800 117 117.

Regio.ch 31.3.11

 

14. Februar 2011
Hörvermögen beeinträchtigt Sprachentwicklung massiv

Die unmittelbare Beeinträchtigung der schulischen Leistungen durch ein eingeschränktes Hörvermögen macht nur einen kleinen Teilbereich der möglichen Benachteiligungen von Schwerhörigen Schülern aus. Da Gehör und Sprache eng miteinander verknüpft sind, ist ein hörgeschädigtes Kind potenziell immer auch in seiner Sprachentwicklung gehandicapt. Nicht umsonst ist die Sprachentwicklung Kern- und Angelpunkt aller Hörgeschädigtenpädagogik. Folglich müssen Massnahmen zum Nachteilsausgleich auch die sprachliche Leistungsfähigkeit von Hörgeschädigten reflektieren. Diese Tatsache wird häufig verkannt.
Selbst eine nur vorübergehende Einschränkung des Hörvermögens bei Kindern, wie z.B. durch eine Mittelohrentzündung, kann eine Beeinträchtigung der Sprachkompetenz zur Folge haben.

29. Dezember 2010
Wie das Ohr zwischen Lärm und Flüstern  unterscheidet.

Das menschliche Gehör ist in der Lage, ein immenses Lautstärkespektrum wahrzunehmen. Der Lärm eines startenden Jets beispielsweise drückt eine Million Mal stärker auf unser Trommelfell als das Summen einer Mücke. Dennoch können wir alle Lautstärken, die dazwischen liegen, nicht nur hören, sondern auch auseinanderhalten. Wie bringt es das Ohr fertig, eine so weite Palette von Lautstärken abzudecken?
Das Geheimnis liegt offenbar darin, wie die kleinen Haarzellen im Innenohr Signale an die nachgeschalteten Nervenfasern weitergeben.

Quelle: Hörakustik

Achtung: Spielzeug, das Sie meiden sollten

Um Ihre Kinder zu schützen, rät die US-amerikanische Hörgeschädigtenliga "U.S. League for the Hard of Hearing", dass Sie sich ein Spielzeug erst anhören sollten, bevor Sie es kaufen.
Wenn es laut ist, ihren Ohren weh tut oder ein Klingeln im Ohr verursacht, sollten Sie es nicht kaufen.

Hier einige Beispiele für Baby- und Kinderspielzeug, dass man seinen Kleinen zuliebe umgehen sollte:

  • Bei einigen Rasseln und quietschenden Spielzeugen wurden Lautstärken von bis zu 110 dB. gemessen   (Vergleichbar mit einem Elektrowerkzeug im Kinderzimmer).
  • Musikspielzeug wie E-Gitarren, Trommeln und Hörner verbreiten Lautstärken von bis zu 120 dB.
  • Bei Spielzeugtelefonen für kleine Kinder wurden Schallpegel von 123 und 129 dB gemessen.
  • Bei Spielzeug, das die Stimmen lauter macht, wurden 135 dB gemessen (Vergleichbar mit einem abhebenden Düsenflugzeug).
  • Spielzeug, das Gewehrsalven imitiert, verbreitet Lautstärken von bis zu 150 dB, wenn man einen Fuß (= 0,348 Meter) von der Lärmquelle entfernt steht (Verursacht körperlichen Schmerz).

Eine längere Belastung durch diese Schallpegel verursacht irreversible Hörschäden und sogar eine kurzzeitige Lärmbelastung trägt die Gefahr einer dauerhaften Schädigung mit sich.

Quelle: League for the Hard of Hearing, 2003

22. November 2010
Lautsprachliche Kommunikation ist behindert.

Man hört zwar noch einiges, aber man versteht nicht mehr. Die Äusserungen der anderen werden als undeutlich und schwer verständlich beschrieben. Das Verstehen erfordert eine hohe Konzentration und es müssen alle sonstigen Informationen (Lippenbewegungen, Gesichtsausdruck, Körpersprache usw.) herangezogen werden. Dennoch ist zu befürchten falsch zu verstehen und wiederum falsche Antworten zu geben. Man meint, Hörbehinderte  können darüber informieren. Die ständige Wiederholung des Informierens über die Hörprobleme schwächt das Selbstbewusstsein und die (un-)geduld des Gesprächspartners setzen hier Grenzen.
Diese schwierige Lage hörbeeinträchtigter Menschen lässt sich dadurch kennzeichnen, dass sie im Gespräch gegen grundlegende Gesprächsregeln verstossen. Fragt eine hörbehinderte Person nach, um sicher zu gehen, richtig verstanden zu haben, stoppt sie/er den Redefluss und die Diskussion und brüskiert die Gesprächspartner. Versucht sie/er aber nur mit dem Gehörten zu verstehen, entsteht die Gefahr von Missverständnissen. So sind Alltagsgespräche mühsam und der/die Hörbehinderte zieht sich erschöpft und frustriert aus weiteren ähnlichen Kommunikationssituationen zurück.
Schwerhörigkeit greift tief in die Lebenssituation ein. Soziale Kontakte, Partnerschaften und Freundschaften sind belastet. Freizeitaktivitäten werden aufgegeben. Schwerhörigkeit wird zur Bedrohung des Selbstwertgefühls.

In den von pro audito schweiz angebotenen Kursen lernen Hörbehinderte mit dieser Situation umgehen. Mehr Informationen unter Kurse und Seminare.
Quelle: ÖSB - Dachverband

 

10. September 2010
Mit der Internettelefonie verstehen Hörbehinderte besser

Internet-Telefondienst wie Skype oder Google-talk könnten Hörbehinderten das Leben erleichtern. Hörbehinderte verstehen ihren Gesprächspartner über solche Internetkanäle besser am Telefon, wie eine Studie von Forschern am Inselspital Bern zeigt.
Ein Telefongespräch zu führen ist für Hörbehinderte oft schwierig. Studien zeigen, dass rund 30 Prozent aller Hörgeräte- und Hörprothesentragende selbst mit Hilfe von Verstärkern nicht mehr telefonieren können. Gerade ältere Menschen verlieren aber ohne das Telefon wichtige soziale Kontakte und vereinsamen.
Herkömmliche Telefone senden in einer Frequenzbandbreite von 300 bis 3400 Hertz. Bei Konsonanten wie F, C, S oder T liegt ein grosser Teil der Energie des Sprachsignals oberhalb dieses Spektrums. Das Telefon überträgt diese hohen Frequenzen nicht, was die Sprachinformation etwas unklarer macht.
Für Normalhörende ist dies kein Problem. Hörbehinderte aber verstehen unter Umständen deswegen ihre Gesprächspartner am Telefon nicht mehr. Die Internettelefonie dagegen überträgt in höchster Qualität breitbandig, von 200 bis 8500 Hertz was das bessere Verstehen erklären könnte.
SDA – Simon Koechlin

24. September 2010
Hören Sie gut?

Das Gehör nimmt bei den vielfältigen Kontakten des Menschen zu seiner Mit- und Umwelt eine Schlüsselstellung ein. Hörprobleme können die Lebensqualität somit stark beeinträchtigen und sollten abgeklärt werden.

Das menschliche Ohr ist ein wunderbares, genial konstruiertes Organ, das uns eine besondere Beziehung zur Welt ermöglicht, indem es uns Sprache, Musik und die Laute der Natur und der Tiere erkennen lässt. Wie sehr wir auf die Funktionstüchtigkeit des Gehörs angewiesen sind, erkennen wir spätestens dann, wenn wir gezwungen sind, beim Fernsehen die Lautstärke derart hoch einzustellen, dass sich unsere Umgebung wegen Lärmbelästigung beschwert. Oder wenn eine Gesprächsrunde in lautes Lachen ausbricht und wir nicht mitlachen können, weil wir die Pointe des Witzes akustisch überhaupt nicht verstanden haben.
Leisten zur Selbstbefragung sind insofern nicht lupenrein, als die eine oder andere Frage nicht unbedingt mit schonungsloser Ehrlichkeit beantwortet wird und die Auswertung der Fragen folglich zu einem geschönten Ergebnis führt. Die Möglichkeit des stillen Selbstbetrugs fällt dagegen beim Telefonhörcheck weg, der von pro audito schweiz angeboten wird. Der Test besteht darin, dass in mehreren Durchgängen eine Reihe von drei Zahlen gesprochen wird, die man mit Druck auf die entsprechenden Tasten am Telefonapparat wiederholt. Dabei werden die Zahlenreihen nicht nur lauter und leiser gesprochen, sondern von einem wechselnd intensiven Hintergrundgeräusch begleitet. Hört man eine bestimmte Dreizahlenphase überhaupt nicht, weil das Hintergrundgeräusch praktisch alles überdeckt, sollte man nicht den Hörer sofort auflegen. Die nächsten beiden Phasen hört man unter Umständen wieder sehr gut – also durchhalten, bis zum Schluss des Telefonhörchecks, wo das Check-Resultat bekannt gegeben wird.

Der Telefonhörcheck unter der Nummer 0900  400  555 (Fr. -.50/Min. ab Festnetz) dauert fünf Minuten. Es muss für jedes Ohr neu angerufen werden. Der Telefonhörcheck gibt gute Hinweise auf eine mögliche Hörbehinderung, ersetzt den Arztbesuch jedoch nicht.

Soziale Isolation

Millionen leiden unter Hörproblemen oder Schwerhörigkeit. Alleine in der Schweiz sind es über eine Million Menschen, die einen Hörverlust von mehr als 25 Dezibel haben. Anders als bei schlechtem Sehen nutzen Schwerhörige Hilfen aber nur selten. Etwa 20 Prozent der Betroffenen nutzen ein Hörgerät. Vielleicht liegt es daran, dass Hörhilfen noch immer das Stigma von Altersschwäche und Senilität anhaftet. Dabei ist das Nachlassen der Hörfunktion ein gewöhnlicher Abnutzungsprozess, der nicht nur Alte befällt. Auch Jugendliche oder bestimmte Berufsgruppen, die sich dauerhaft hohen Schallpegeln aussetzen, sind gefährdet. Die Folgen von schlechtem Hören sind oft Isolation, weil man sich aus dem sozialen Umfeld zurückzieht. In lauter Umgebung verstehen Betroffene nicht mehr alles, Gesprächen in grosser Runde können sie nicht folgen. Hilfe bieten verschiedene High-Tech-Hörsysteme, die einfach zu bedienen sind. Heute können gezielt Frequenzverluste ausgeglichen werden sowie leise Töne verstärkt, zu laute gedämpft und störende Geräusche wie Regen und Wind ausgefiltert werden.

29. Juli 2010
Wer hat Angst vor dem Hörgerät?

Was ist es eigentlich, das viele Menschen bereits beim Wort Hörgerät zusammenzucken lässt? Bei keinem anderen Sinnesorgan ist der Umgang mit dem natürlichen Alterungsprozess so verkrampft. Jede dritte Person über 60 hat ein Hörproblem.
Und Sie?
„Ich höre gut. Meine Frau hingegen spricht in letzter Zeit zunehmend leiser.“
Solche und andere Äusserungen sind hinlänglich bekannt. Ob auch wirklich eine Schwerhörigkeit vorliegt, muss jeder mit sich selber ausmachen. Tatsache ist jedoch, dass mit zunehmendem Alter neben so vielem auch das Hörvermögen nachlässt. Dies ist eine natürliche Abnützung. Es stellt sich die Frage, wieso Hörgeräte in unserer Gesellschaft noch nicht vollständig akzeptiert sind, obwohl heute formschöne und fast gänzlich unsichtbare Hightech-Instrument erhältlich sind. Die meisten Menschen denken nicht bewusst über ihre Ohren nach. Dabei ist gerade das Gehör ein wichtiges und vielfältiges Sinnesorgan. Es unterstützt uns beim Lernen, beim Verstehen und der ständigen Weiterentwicklung der Sprache, aber auch bei der Orientierung. Das Gehör übernimmt Warnfunktionen und ist ständig im Einsatz.
Was geschieht, wenn jemand über Jahre immer schlechter hört und nichts dagegen unternimmt? Fachleute sind sich darin einig, dass bei vielen Betroffenen ein langsamer, jedoch stetiger sozialer Rückzug einsetzt, der bis in die Isolation führen kann. Daher ist es erstaunlich, dass betroffene sehr lange warten (mehr als 10 Jahre), bis sie etwas für ihr Gehör tun. Vor allem wenn man bedenkt, dass es die kleinen und grösseren Begegnungen und Gespräche, oft zwischen „Tür und Angel“ mit anderen Menschen sind, die unser Leben bereichern, ihm einen tieferen Sinn geben beziehungsweise Nähe und Beziehung erst ermöglichen. Der erste Schritt in Richtung gutes Hören ist ein kostenloser und garantiert schmerzloser Hörtest. In der Schweiz gibt es viele Fachgeschäfte mit bestens ausgebildeten Hörgeräteakustikern, die diesen Test unverbindlich durchführen.
Sind Sie unsicher, ob Ihr gehör noch intakt ist, können Sie auch den von pro audito schweiz angebotenen Telefonhörcheck probieren. Rufen Sie die Telefonnummer 0900 400 555 (CHF -.50/Min. ab Festnetz) an. Nach dem Check wird Ihnen mitgeteilt ob Sie etwas unternehmen sollten oder ob Ihr Gehör intakt ist.

17. Juni 2010

Elektroautos sind zu leise.

 

Elektroautos sind nicht nur sauber, sondern auch flüsterleise. Genau dieser Aspekt führt nun dazu, dass Spaziergänger und Radfahrer die neuen Autos nicht mehr hören können. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer sind irritiert und reagieren häufig zu spät. Britische Forscher haben nun einen Lautsprecher entwickelt, der hinter dem Kühlergrill eines Elektroautos angebracht werden kann. Der Lautsprecher spielt Geräusche eines konventionellen Autos ab. So können Schrecksekunden bei andern Verkehrsteilnehmenden und Unfälle vermieden werden.

15. Mai 2010

Arzneimittel nicht voreilig einsetzen

 

Bei Mittelohrentzündungen von Kindern werden zu schnell Antibiotika verschrieben, berichtet die Ärztezeitung in Deutschland. Diese seien nur nötig, wenn das betroffene Kind in den vergangenen 24 Stunden über 39°C Fieber hatte und/oder Ohrenschmerzen. Ebenso angewandt werden sollten Antibiotika bei deutlichem Krankheitsempfinden des kleinen Patienten sowie akuter Mittelohrentzündung in den ersten drei Lebensjahren. In allen anderen Fällen rät HNO-Arzt Professor Gerhard Greves, zunächst 24 bis 72 Stunden abzuwarten, da die Spontanheilungsquote mit abschwellenden Nasentropfen sehr hoch sei.

 

Etwa 60 Prozent aller Kinder leiden in den ersten sechs Lebensjahren einmal an einer akuten Mittelohrentzündung. Daten aus den USA zeigen, dass die breitflächige Impfung von Säuglingen gegen Pneumokokken eine wirksame Prävention gegen diese Ohrerkrankung darstellt. Dort sank die Häufigkeit der Mittelohrentzündungen um 43 Prozent. In einer deutschen Untersuchung sank sie immerhin um einen Fünftel. In einer italienischen Studie wurde durch die Impfung ebenfalls über ein Drittel weniger Erkrankungen verzeichnet.

Spektrum Hören 1-2010

16. April 2010
Können Komapatienten hören?

Dass Komapatienten doch mehr hören können als bisher angenommen wurde, haben Forscher herausgefunden. An einer Komapatientin haben die Wissenschaftler die Hirnaktivitäten untersucht, während sie ihr Tonbandaufzeichnungen naher Bekannter, Verwandten oder Freunden vorgespielt haben. Vergleichsweise wurde die Patientin eine ihr unbekannte Stimme vorgespielt. Die Hirnaktivität war dann am höchsten, wenn die Patientin von einer ihr gut bekannten Person direkt angesprochen wurde.
Hörakustik 2/09

 

17.März 2010
Wenn es plötzlich still wird im Ohr

Und plötzlich ist er da: Scheinbar aus dem Nichts tritt ein partieller oder kompletter Hörverlust ein – wie ein tauber Fleck im Ohr. Ein Hörsturz kann unerwartet und ohne Vorzeichen jeden treffen. Die richtigen Massnahmen sind entscheidend.
Die Ursachen eines Hörsturzes können ganz verschiedener Natur sein und oft können diese gar nicht geklärt werden, deshalb haftet dem Hörsturz etwas Mysteriöses an. Viele Betroffene berichten, dass abends noch alles wie gewohnt war und am nächsten Morgen hatten sie urplötzlich ein verändertes Hörempfinden, das sich anfühlte wie „Watte im Ohr“. Laut Definition ist immer nur ein Ohr betroffen und nur in äusserst seltenen Fällen beide. Mitunter können auch Geräusche wie Rauschen und Pfeifen als Begleitsymptome auftreten, die natürlich nur der Betroffene hört. Aussengeräusche werden bei einem Hörsturz nur noch schwach wahrgenommen. 

Obwohl bei einem Hörsturz manchmal diese Begleitgeräusche wahrgenommen werden können, ist das Krankheitsbild ein völlig anderes als beim Tinnitus, bei dem Betroffene ein konstantes Geräusch – oft ist es ein Pfeifen – im Ohr wahrnehmen. Der Entstehungsmechanismus des Hörsturzes kann bis anhin vom Ärzten und Wissenschaftlern nicht genau ermittelt werden.

Auslöser und Prophylaxe

Stress – das ist einer der häufigsten Begleitfaktoren und wird bei Patienten immer wieder diagnostiziert, hierbei sind sich die Ärzte einig. Demnach sind Menschen, die grossen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, viel eher von einem Hörsturz betroffen. Falls, wie von den meisten Fachärzten vermutet, eine Durchblutungsstörung im Innenohr den Hörsturz verursachte, dann gelten Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und Fettstoffwechselstörungen als Risikofaktoren. Es darf überdies nicht vergessen werden, dass viele Menschen einer ständigen Lärmbelastung ausgesetzt sind und die konstanten Umweltgeräusche stetig zunehmen. Überall, ob in Kaufhäusern oder in der Warteschlange am Telefon, muss sich das Gehör ständig berieseln lassen. Anders als die Augen kann sich das Ohr aber nicht einfach ‚verschliessen’, um sich auszuruhen.

Behandlung und Heilung

Die Chance auf eine Spontanheilung liegt bei etwa 50 Prozent und ist demnach ziemlich hoch. Trotzdem empfiehlt es sich, so schnell als möglich einen Arzt aufzusuchen, ansonsten steigt das Risiko einer dauerhaften Schwerhörigkeit. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sind bei solchen Belangen sicher die richtige Adresse.

Der Hörsturz wird der Wissenschaft auch noch in Zukunft viel zu erforschen geben. Die zurzeit existierenden Studien sind noch immer dürftig und die Ursachen und Auslöser eines akuten Hörsturzes mannigfaltig.

Nicht in allen, doch in den meisten Fällen bleiben Betroffene bei Hörstürzen arbeitsfähig. Sie können ihr Leben wie gewohnt weiterführen, sind aber dann oft während der Zeit eines Hörsturzes auf eine Hörhilfe angewiesen und müssen ein Hörgerät tragen. Zu Beginn ist es allerdings ratsam, Stress zu vermeiden und sich nicht zu viel zuzumuten, da auch der mit dem Gehör verbundene Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist.

Der Landbote 6.7.09

29. Januar 2010
Morbus Menière

Für Morbus Menière Kranke ist es eine Qual; bei einer Attacke erleben sie einen Drehschwindel über mehrere Stunden, oft gefolgt von Überlkeit und Erbrechen. Auch die sie umgebenden Stimmen und Geräusche nehmen die Anfallsgeplagten oftmals nur als tiefes, brummendes Ohrgeräusch wahr. Das Tückische dieser Erkrankung ist, dass jeder Anfall Spuren im Innenohr hinterlässt die zu einem fortschreitenden Hörverlust, bis hin zur vollständigen Ertaubung führen können. Der einzige Weg, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien, ist oftmals nur die Zerstörung des Innenohrs. Mit der absichtlichen medikamentösen Zerstörung des Innenohrs verschwinden auch die Attacken. Bei einem weniger schlimmen Verlauf der Erkrankung lassen die Drehschwindelattacken nach ca. sieben Jahren automatisch nach, allerdings ist zu diesem Zeitpunkt das Gehör schon so weit geschädigt, dass den Patienten nur noch mit einem Hörgerät oder Cochlea Implantat geholfen werden kann.

Hörakustik 2/09

 

16. November 2009
Schwerhörige sind schneller erschöpft.

Drei von vier Hörbeeinträchtigter geben an, nach einem Arbeitstag oder einer Versammlung geschafft zu sein. Dies ergab eine Onlineuntersuchung von Hear-it.

Sich erschöpft zu fühlen ist ein weitverbreitetes Phänomen unter Hörbeeinträchtigten und ganze 75 Prozent sind laut Untersuchung davon betroffen.

Wer ein schlechtes Gehör hat, wird schnell müde vom Konzentrieren, um überhaupt in der Lage zu sein, Gespräche mit Kollegen am Arbeitsplatz folgen zu können.

Wenn jegliche Energie auf das blosse Verständnis am Arbeitsplatz verwendet wird, ist nicht mehr viel übrig für ein lockeres Gespräch unter Freunden, Freizeit und mit der Familie. Das stellt ein Problem dar. Für viele Hörbeeinträchtigte steigt die Anzahl der Krankheitstage, auch wenn dies gar nicht sein müsste. Hilfsmittel wie Hörgeräte, Telefonapparat mit Induktion, Konferenzmikrofone und manches mehr können den Unterschied machen. Gleiches gilt auch für meist einfache Veränderungen an der Raumakustik am Arbeitsplatz oder zuhause in der Stube. Wir Hörbeeinträchtigten können selber einen wesentlichen Teil zur Verbesserung der akustischen Situation beitragen indem wir offen zur Hörbehinderung stehen und über unsere Probleme informieren.

Bei pro audito schweiz können entsprechende Merkblätter bezogen werden. www.pro-audito.ch oder per Mail: info@pro-audito.ch

 

22. Oktober 2009
Tinnitus

Viele kennen das: In den Ohren klingelt, summt, heult, rasselt, pfeift oder zischt es, selbst in einer ruhigen Umgebung. Die Töne erklingen immer wieder oder sind ein dauerhaftes Geräusch mehr oder weniger laut und intensiv. Weit über 600`000 Schweizer sind davon betroffen, also rund 5-10 Prozent aller Erwachsenen. Frauen erkranken häufiger als Männer. Tinnitus ist keine Krankheit, lediglich ein Symptom. Der Auslöser dazu liegt im Innenohr oder, bei chronischem Tinnitus, auch im Gehirn.

Diagnose
Die Geräusche treten oft nur in einem Ohr auf. Sie können den Betroffenen `nur` stören oder aber so laut sein, dass Konzentration, Hörvermögen und damit die Lebensqualität stark beeinträchtigt wird. Am weitesten verbreitet ist der so genannte `subjektive Tinnitus` bei dem nur der Betroffenen die Ohrgeräusche wahrnimmt. Seltener vertreten ist der so genannte `objektive Tinnitur`. Der Schall kommt in diesen Fällen aus dem Körperinneren, verursacht beispielsweise durch Blutfluss bei einer Gefässanomalie.

Ursache
Für Tinnitus gibt es viele Ursachen: Zu viel Lärm und Stress erhöhen das Risiko, an Tinnitus zu erkranken. Probleme im Berufs- oder Privatleben können dazu führen. Genauso wie ein Hörsturz, Viruserkrankungen oder ein Mobus Ménière (Drehschwindelattacken). Aber auch gewisse Medikamente – beispielsweise Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten – können Tinnitus auslösen. Verstärkende Ursachen für einen Tinnitus sind häufig auch Probleme mit der Halwirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich. Zur Beruhigung: In 99 Prozent der Fälle hat der Tinnitus eine gutartige Ursache.

Behandlung und Hilfen
Kein Tinnitus ist gleich wie der andere. Darum gibt es keine schematische Behandlung und auch kein generell tinnituswirksames Medikament. Trotzdem ist es wichtig, dass man sich über die verschiedenen Tinnitustherapien informiert.

Weitere Informationen:
www.pro-audito.ch/de/beratung-dienste/tinnitus/
www.pro-audito.ch/de/suche/
www.tinnitus-liga.ch
www.tinnitusklinik.ch 

21. Oktober 2009
Tierische Hörhilfe

Blindenhunde sind allgemein bekannt. Fast jeder hat diese Tiere schon mal ihr blindes Frauchen oder Herrchen sicher durch die Strassen führen sehen. Aber wer kennt Hörhunde? Ebenso wie die Bedeutung des Hörens oft unterschätzt und im Alltag als weniger relevant eingeschätzt wird, käme kaum jemand auf die Idee, dass für hochgradig schwerhörige, ertaubte oder gehörlose Menschen eine derartige Hilfe überhaupt nötig wäre.
Der Hörhund soll dem Ertaubten den Kontakt mit seiner Umwelt ermöglichen und ihm so aus seiner isolierten Situation heraus helfen. Hunde können mit der entsprechenden Ausbildung den Ertaubten und Gehörlosen in vielen Situationen helfen, indem sie auf relevante Geräusche aufmerksam machen. Das betrifft oft die einfachsten Situationen. So weckt der Hörhund seinen Meister oder macht ihn aufmerksam, wenn der namentlich gerufen wird, wenn es an der Haust- oder Wohnungstüre klingelt oder der Backofen piepst, führt er den nicht hörenden Menschen dort hin. Ausserdem signalisiert er rechtzeitig Gefahren im Strassenverkehr.

 

Bild Frau mit Hund

5. Oktober 2009
Hörgeräte richtig reinigen

Vielen Hörgerätetragenden ist die richtige Handhabung der Reinigung und Pfleg von Hörsystemen nicht bekannt. Leider wird dieses Thema oft vernachlässigt. Doch gerade das regelmässige Reinigen und Pflegen ist Voraussetzung für das einwandfreie Funktionieren ihrer Hörtechnik.
Bei Hinter-dem-Ohrgeräten ist das regelmässige Erneuern des Schallschlauches ein Muss. Da das Schläuchlein durch das Tragen an Elastizität verliert, wird zunehmend die Übertragung der Sprache eingeschränkt. Auch das Ohrpassstück sollte regelmässig gereinigt werden, da sonst die Bohrungen durch Cerumen verstopft werden können. Das Ohrpassstück trennt man zum Reinigen vom Schallschläuchlein. Dann kann man unter dem Wasserhahn mit etwas Abwaschmittel und einer Zahnbürste das Ohrpassstück bürsten und wieder abspülen. Zum Schluss bläst man die Bohrungen gut durch und steckt alles wieder zusammen. Schallschläuche können übrigens auch selber gewechselt werden. 
Bei Im-Ohrgeräten ist die regelmässige Kontrolle ausschlaggebend und noch wichtiger, da die komplette Technik im Gehörgang im stetigen Kontakt mit dem aggressiven Cerumen (Ohrschmalz) ist. 
Bei Ihrem Hörgeräteakustiker können Sie weitere Informationen zur Pflege der Hörgeräte erhalten. Auch in den von pro audito durchgeführten Kursen können Sie mehr darüber erfahren.

 

Bild mit Skala

1. Oktober 2009
Musikhören beim Motorradfahren

Im Helm von Motorradfahrern tut sich Ungeheuerliches. Es herrscht mitunter ohrenbetäubender Lärm. Immer wieder und auf Reisen auch für längere Zeit. Dabei dauert es bis zu einem Schaden – am Ohr – gar nicht so lange. Laut einer Studie der niederländischen Motorradpolizei genügen 90 Sekunden bei 160 Sachen, um bleibende Beeinträchtigungen zu verursachen. Doch auch bei tieferen Tempi kesselt es ganz ordentlich unter der Mütze, und auf Dauer richtet selbst ein mittlerer Schallpegel Schäden an. Kurz und gut, Lärm und der Schutz davor gehen jeden Motorradfahrer und jede Motorradfahrerin an. 

Müsste man meinen. Scheint aber nicht so. die Kunden in Motorradgeschäften zeigen jedenfalls nur spärliches Interesse am Thema. 
Zwei Gründe sprechen fürs Tragen eines Gehörschutzes unter dem Helm. Das erste Argument betrifft die Fahrt selbst. Lärm ist Stress fürs Gehirn. Unser Zentralcomputer ermüdet unter Lärmeinfluss schneller, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Dabei sind gerade die Zweiradartisten auf geistige Präsenz angewiesen, wenn sie heil nach Hause kommen wollen.

Das zweite Argument sind die schon angesprochenen Schäden. Schwerhörigkeit und ihre Opfer sind oft das Ziel von Witzen, doch die Realität ist – trotz immer kleinerer und besserer Hörgeräte – nicht besonders lustig. Ausgesprochen unangenehm (und es zurückhaltend auszudrücken) ist eine andere Folge von zu viel Dezibel im Ohr, der Tinnitus. Ein Pfeifen im Ohr nach einem Konzert kennt wohl jeder, wenns nicht mehr verschwindet, ist man Tinnitus-Patient. Man holt sich Schwerhörigkeit oder Tinnitus nicht von einer einzigen Töfffahrt, sondern vielmehr durch wiederholte Überlastung.

(Cockpit)

26. August 2009
Ein Sinnesorgan gibt Rätsel auf

Erst Mitte des 20. Jahrhunderts gelang es dank den Erkenntnissen der neurosensoriellen Grundlagenforschung den verbal-auditiv kommunikationsbehinderten Menschen zu rehabilitieren. Noch im 16. Jahrhundert wurde zum Beispiel die Ursache der Altersschwerhörigkeit darin gesehen, dass zu wenig und zu schwache Nervengeister vom Gehirn zum Ohr dringen. (Mercurialis 1530 bis 1606, Padua). Auch wenn für uns die damalige Sichtweise eher etwas zur Belustigung beiträgt, sind wir auch heute noch nicht in der Lage, das Phänomen des Hörens und vor allem der zentralen Verarbeitung der akustischen Information im Detail nachzuvollziehen. Noch immer wissen wir nicht genau, was zum Beispiel bei einem Hörsturz, also der plötzlich auftretenden Schallempfindungsschwerhörigkeit in einem Ohr, wirklich passiert. Die heutigen Theorien zur Ursache der Hörsturz-Ereignisse und die aktuellen Behandlungsversuche werden für die kommenden Medizinergenerationen möglicherweise ebenfalls anekdotischen Charakter haben.
Nicht jeder akute Hörverlust ist die Folge eines Hörsturzes. Viel häufiger führen ein Gehörschmalzpfropfen oder eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr zu gedämpften Schallwahrnehmung. Ist der Hörverslust zudem mit Schmerzen verbunden, ist von einer Entzündung im Gehörgang, auf dem Trommelfell oder im Mittelohr auszugehen. Diese Probleme sind heute meistens mit geringem Aufwand gut behandelbar. Etwas komplexer wird die Situation bei einem langsam zunehmenden Hörverlust. Der häufigste Grund hierfür ist die Altersschwerhörigkeit, die so schleichend auftreten kann, dass sie subjektiv lange gar nicht wahrgenommen wird. da zunächst nur die hohen Frequenzen – und damit der Konsonantenbereich – betroffen sind, können die Betroffenen noch recht lange hören, dass gesprochen wird. Je länger, je schwieriger wird es aber zu verstehen, ob der Gesprächspartner zum Beispiel von einem Tier oder einem Bier spricht.
Glattaler

 

18. August 2009
Das Gehör als Tor zur Umwelt

Das Gehör schafft eine Verbindung zur Umwelt und ermöglicht den Kontakt zu den Mitmenschen. Lässt der Gehörsinn nach, droht die soziale Isolation. Richtiges und frühzeitiges Handeln tut not.

Einer der leistungsfähigsten Sinne ist der Gehörsinn, der auch in der Tierwelt als Warnorgan und /oder zum Anlocken eines Partners eine wichtige Rolle spielt. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte hat sich das Gehör des Menschen zu einem hervorragenden Kommunikationsorgan entwickelt, das nicht nur feine Nuancen der Tonhöhe und der Lautstärke, sondern auch die Richtung einer Schallquelle wahrnehmen kann. Zusammen mit der Sprache bildet das Gehör die Grundlage der menschlichen Kommunikation. Was es bedeutet, immer schlechter zu hören und dabei je länger je einsamer zu werden und „wie ein Verbannter die Erholung in menschlicher Gesellschaft, die feineren Unterredungen und die wechselseitigen Ergiessungen“ zu vermissen, wird von Beethoven 1802 im Heiligenstädter Testament sehr eindrücklich beschrieben.

Glattaler

 

4. August 2009
Tinnitus und Hyperakusis

Tinnitus, der annähernd 80% der von einem Hörsturz Betroffenen heimsucht, ist das mit Abstand häufigste Symptom einer Innenohrstörung. Der Begriff leitet sich von ‚tinnere’ ab, dem lateinischen Ausdruck für klingeln. Die Ohrgeräusche, deren zumeist hohen Frequenzen jener des erlittenen Hörverlustes entspricht, deuten in der Regel nicht auf eine Krankheit des Ohrs sondern auf eine Fehlverarbeitung von akustischen Signalen im Gehirn.
Daher wird Tinnitus auch als Phantomschmerz des Hörsinnes bezeichnet. Weitere verbreitete psychosomatische Folgen eines Hörsturzes sind Morbus Menière ein von Übelkeit begleitetes massives Schwindelgefühl, sowie eine Hyperakusis genannte Geräuschempfindlichkeit. Dieses Symptom stellt gleichfalls eine Fehlfunktion der zentralen Hörverarbeitung dar, weil das Gehirn die Menge der einströmenden Hörinformationen nicht mehr bewältigen und zuordnen kann.
Betroffene empfinden bereits Geräusche normaler Lautstärke als unangenehm, bei lauten Geräuschen reagieren sie schreckhaft, ja panisch. Dies deshalb, weil sie unbewusst mit nahezu jedem Geräusch Gefahr verbinden. Das führt dazu, dass sich der Körper von Betroffenen in unentwegter Alarmbereitschaft befindet. Die Folge davon sind Blutdruckveränderungen, chronische Ermattung, Verspannungen sowie Schweissreaktionen der Haut.
Spektrum Hören 3-08

4. August 2009
Taubblindheit in der Schweiz


Zu der Zahl taubblinder Menschen liegen im internationalen Raum verschiedene Untersuchungen und Schätzungen vor. In einem in Nordeuropa durchgeführten Projekt, dem ‚Nordic Projekt’, geht man davon aus, dass mindestens 25 von 100'000 Einwohnern taubblind sind und dass es sich in den meisten Fällen um eine sogenannte ‚erworbene’ Taubblindheit handelt. Das heisst, dass bei der Geburt entweder eine Hör- oder Sehschädigung bestand und die andere Behinderung erst später noch dazu kam. Ursache ist in etwa der Hälfte der Fälle das Usher-Syndrom. Das Usher-Syndrom, eine erblich bedingte Behinderung, welche sich dadurch charakterisiert, dass eine angeborene Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit zusammen mit einer Sehbehinderung (Retinitis pigmentosa) vorliegt. Diese Sehbehinderung kann sich im Laufe der Zeit bis zur vollständigen Erblindung entwickeln. Es wird geschätzt, dass ca. 4-6 von 100'000 Personen davon betroffen sind. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass diese Behinderung häufiger vorkommt als angenommen.
Weitere Infos: http://www.szb.ch/de/dea_ove.php

30. Juni 2009
Vorbeugen ist besser

Der Hörverlust kommt schleichend. Nach mehrjähriger Überbelastung des Gehörs werden in der Regel zuerst die hohen Föne im Bereich von 2000 bis 5000 Hz. wie beispielsweise Zischlaute, nicht mehr gehört. Der langsam einsetzende Hörverlust wird daher anfangs überhaupt nicht bemerkt. Wegen der schleichenden Ausbreitung wird er erst wahrgenommen, wenn er sich in die tieferen Frequenzen ausgebreitet hat und die Verständigung auch in ruhiger Umgebung immer schwieriger wird. Da eine Behandlung weder mit Medikamenten noch durch eine Operation möglich ist, kann nur noch ein Hörcomputer helfen. Allerdings kann auch die bete Elektronik unser natürliches Gehör nicht vollständig ersetzen. Daher gilt, besser vorbeugen, als nachher keine Musik mehr geniessen zu können.
In der Schweiz leben über eine Million Menschen mit einem Hörverlust von mehr als 25 Dezibel, davon haben sich lediglich rund 300'000 für eine elektronische Hilfe entschieden und viele davon tragen sie nicht regelmässig. 
25 Dezibel unterschied ist etwa der Lärmpegel im Wohnzimmer und dem Strassenverkehr.
Wiler Zeitung

29. Juni 2009
Klingeln im Ohr

Ob ein Brummen oder Pfeifen, ein Rauschen oder Knacken: Störende Geräusche im Ohr gilt es abzuklären. Jeder zehnte Schweizer leidet vorübergehend oder dauernd an einem sogenannten Tinnitus, der lateinischen Bezeichnung für Klingeln.

Können nebst dem Betroffenen andere Personen dieses Klingeln hören, handelt es sich um den seltenen objektiven Tinnitus. Dieser wird durch körpereigene Geräusche verursacht, die beispielsweise von der Blutströmung oder Kiefergelenkbewegungen stammen. Viel häufiger hört jedoch nur die betroffene Person das Geräusch, in diesem Fall spricht man von subjektivem Tinnitus.

Die häufigste Ursache für einen Tinnitus ist eine Schädigung der Sinneszellen im Innenohr, die für den Hörvorgang verantwortlich sind. Dies kann eine Überstrapazierung des Gehörs sein, an einem Konzert oder durch Schiessen ohne Gehörschutz. Aber auch eine Vielzahl anderer Erkrankungen können mit einem Tinnitus einhergehen, etwa festsitzendes Ohrenschmalz, Durchblutungsstörungen, Mittel- und Innenohrerkrankungen oder erhöhter Blutdruck. Nebst medizinischen Ursachen gilt Stress als Auslöser. Jeder Tinnitus, der nicht kurzfristig von selbst verschwindet, bedarf einer ärztlichen Abklärung. Steht die Ursache für das Geräusch fest, lässt sie sich meistens beheben oder behandeln. Häufiger werden keine organischen Ursachen gefunden, es droht ein chronischer Tinnitus. Die Betroffenen müssen lernen mit dem Ohrgeräusch zu leben.

Verschiedene Therapien bringen Erleichterung.

Mehr Informationen:
http://www.pro-audito.ch/de/beratung-dienste/tinnitus/
http://www.tinnitus-liga.ch 

29. Juni 2009
Was ist ein Hörsturz? Eindeutige Erkenntnisse fehlen

Trotz intensiver Forschung ist nicht bekannt, weshalb es zu einem Hörsturz kommt und was sich dabei im Innenohr genau abspielt. Man geht heute davon aus, dass die sogenannten inneren Haarzellen (Nervenzellen in der Hörschnecke, welche Schalldruck empfangen und in elekrische Signale verarbeiten) teilweise vorübergehend oder bleibend ausfallen. Ein Hörsturz hat meistens eine einseitige Innenohrschwerhörigkeit zur Folge, die mit einem Ohrgeräusch und weitteren sehr unangenehmen Beschwerden einhergehen kann. 

Mögliche Ursachen:
Die genauen Gründe für einen Hörsturz sind nicht bekannt. Er wird unter anderem in Zusammenhang mit folgenden Krankheiten gebracht: Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen, Hererkrankungen, Virusinfektionen Fehlstellungen der Halswirbelsäule und/oder des Kiefergelenks, erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes, Störungen des Salzhaushaltes, allergische Reaktionen. Auch ständige Lärmbelastung oder laute Musik können ein Risikofaktor sein. So haben zum Beispiel Berufsmusiker von Orchestern gehäuft Hörstürze. Ein erhöhtes Risiko haben auch Menschen mit vererbten Innenohr-Schwerhörigkeit oder einem empfindlichen Gehör. 

Häufigkeit:
Von 100 000 Menschen erleiden rund 5-20 einen Hörsturz. In den meisten Fällen bleibt er einmalig, allerdings können Patienten mit einer chronischen Innenohrerkrankung wie z.B. Morbus Menière auch mehrfach betroffen sein. Hörsturz tritt in jedem Alter auf und ist Geschlechtsunabhängig. 

Behandlung:
Es ist sehr wichtig, unverzüglich einen Ohrenarzt aufzusuchen. Je früher der Behandlungsbeginn, desto besser die Heilungschancen. Die Standardtherapie bei schwerem Hörsturz besteht in einer Infusionstherapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten und Cortisontabletten. Schlägt diese Therapie nicht genügend an, wird als neue Zusatztherapie Cortison ins Mittelohr gespritzt, das dann über die runde Fenstermembran ins Innenohr gelangt.

Weitere Informationen:
www.pro-audito.ch
www.hoersturz.de

15. Juni 2009
Ein komplexes Organ

Hören ist ein komplizierter Vorgang. Es braucht dazu einerseits einen äusseren Reiz in Form von Schallwellen und andererseits ein komplexes Organ, das diese verarbeitet. Durch den Hörkanal gelangen die Schallwellen zum Trommelfell. Hier lösen sie eine Kettenreaktion aus: Das Trommelfell und die damit verbundenen Gehörknöchelchen beginnen zu schwingen und geben die Bewegung über die Innenohrflüssigkeit der Hörschnecke weiter. Hier wird die Bewegung an den Haarzellen in ein Nervensignal umgewandelt, das über den Hörnerv zum Hörzentrum im Gehirn weitergeleitet wird.
(Apotheke 10/08)

2. Juni 2009
Ein Hörgerät für ein Ohr reicht doch?

Bei Senioren in der Hausarztpraxis geht es in der Regel um das Problem der meist nahezu symmetrischen Altersschwerhörigkeit, die praktisch immer beidseitig versorgt werden sollte. Richtungs- und räumliches Hören sind tragende Elemente der menschlichen Orientierung, sodass Schwerhörige hinsichtlich Lokalisation und Diskriminierung akustischer Informationen vor allem in lauter Umgebung stark eingeschränkt sind. Bei einer hochwertigen binauralen Hörgeräteversorgung stimmen sich die Geräte durch Datenaustausch untereinander ab, können Störschall unterdrücken und dadurch natürliches Hören simulieren. Aufgrund dieser Fakten ist eine beidohrige Versorgung logisch, wenn beide Gehörorgane von Schwerhörigkeit betroffen sind.
Ars Medici

2. Juni 2009
Vorurteile gegen Hörgeräte

"Ein Hörgerät sieht hässlich aus, drückt, pfeift und ist zudem noch teuer. Ausserdem hat das noch Zeit, noch komme ich ja einigermassen zurecht!"
"Ein Hörgerät will ich erst, wenn ich fast taub bin."

Diesen Satz bekomme ich sehr oft zu hören.

Eine Innenohrschwerhörigkeit entwickelt sich in der Regel über Jahre schleichend. Sie wird erst im fortgeschrittenen Stadium wahrgenommen, weil anfangs überwiegend die hohen Frequenzen betroffen sind. Da diese aber in erster Linie für die hohen Konsonanten (Flüstersprache) lautbildend sind, Umgangssprache aber überwiegend aus den mittel- und niederfrequenten Hauptkonsonanten und Vokalformanten gebildet wird, ist der Alltag eines Altersschwerhörigen anfangs nur in Teilbereichen gestört.

Allerdings wird die Fähigkeit zur Sprachwahrnehmung und –verarbeitung im Gehirn fortschreitend verringert, wenn die zentrale Hörbahn über viele Monate oder sogar Jahre nicht adäquat stimuliert wurde. Praktische Folgerungen: Hörgeräte sollten nicht nur ständig getragen, sondern auch rechtzeitig verordnet werden.

12. Mai 2009
Was ist Lärm?

Unter Lärm versteht man akustische Ereignisse, die uns belästigen, uns im täglichen Leben stören und schliesslich auch gesundheitsschädlich sein können. Dabei geht es nicht unbedingt nur um grosse Lautstärken. Lärm ist immer in Bezug zu der jeweiligen Tätigkeit, der man sich gerade widmet, zu sehen. Die Grenze für geistige Tätigkeit liegt bei 55 Dezibel (dB), ab 65 dB Dauerbelastung kommt es zu Stresssymtomen mit entsprechender Gesundheitsgefährdung. Ab 80dB muss im normalen Arbeitsleben ein Arbeitgeber einen Gehörschutz zur Verfügung stellen, der ab 85 dB zwingend bentut werden muss. Ab 95 dB wird die Lautstärke unangenehm, bis ab 105 - 110 dB die Schmerzgrenze erreicht ist. Es wurde aber beobachtet, dass vereinzelt Kinder auch schon bei geringeren Lautstärken deutliche Anzeichen von Unbehagen zeigen, in dem sie sich die Ohren zuhielten.
(Schnecke 62)

10. Mai 2009
Tinnitus - das Ohr lässt sich umgewöhnen

Da es gegen den chronischen Tinnitus keine medikamentöse Therapie gibt, müssen die Betroffenen lernen, mit dem Dauergeräusch zu leben. Dies ist zu schaffen. Zum Beispiel mit Behandlungen wie Neurofeedback und Musiktherapie, welche die Aufmerksamkeit umpolt, weg vom Tinnitus, hin zu den für alle hörbaren Schallquellen. Etabliert hat sich dabei die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie, die sich auf Aufklärung, psychotherapeutische Beratung und gezieltes Hörtraining abstützt.
Tinnitus nimmt im Laufe des Lebens nicht zu. Die Lautstärke liegt meistens zwischen 5 und 15 Dezibel über der Hörschwelle des Betroffenen. Bestimmte Dinge können das Ohrgeräusch in der subjektiven Wahrnehmung lauter erscheinen lassen. Dazu gehören beispielsweise negativer Stress, Müdigkeit, Lärm, Rücken- und Kiefergelenkbeschwerden.
Es lohnt sich auf jeden Fall bei auftretendem Ohrgeräusch schnell zum Arzt zu gehen und nicht zu lange zuzuwarten.

Dr. A.Schapowal / Zeitlupe 11/08

Bild eines Ohres indem ein kleiner Mann sitzt

Bild von Ohr

Bild des Schwerhörigen-Signets

29. April 2009
Hörbehinderte im Spital oder Pflegeheim

Eine Hörbehinderung ist unsichtbar. Informieren Sie Ärzte, Pflege- und weiteres Spitalpersonal sowie Mitpatienten über die Hörbehinderung. Lassen Sie Ihr Dossier mit dem Schwerhörigen-Signet kennzeichnen. Verlangen Sie ein Spezialtelefon, mit dem Sie als Hörgerätetragender induktiv telefonieren können oder mindestens die Hörer-Lautstärke regeln können. Geben Sie das pro audito schweiz-Merkblatt für medizinisches Fachpersonal ab, das Sie hier bestellen können: info@pro-audito.ch oder www.pro-audito.ch/fileadmin/daten/Merkblaetter_Abrechungs/Merkblatt_Med.Fachpersonal.pdf Tragen Sie Ihre Hörgeräte tagsüber auch wenn Sie schlafen möchten, denn die Arztvisite und das Pflegepersonal hat keine Zeit, bis Sie Ihre Hörgeräte gefunden und eingesetzt haben. So entstehen viel weiniger Missverständnisse. Hörgeräte sollten bis zum Operationstisch getragen werden. Wenn nötig nimmt sie der Anästhesist heraus und setzt sie nach der Operation wieder ein.

16. April 2009
Mein Vater redet mit zunehmendem Alter immer mehr

Dies war eine Vorsichtsmassnahme: Solange ER sprach, stellte ihm niemand Fragen, die er nicht verstanden hätte, weil sein Gehör nachliess. Er selber brauchte lange, bis er sich selber sein Hörproblem zugab. Dies ist nicht untypisch, da die meisten Formen von Hörschädigungen schleichend auftreten, so dass man die Veränderung zunächst nicht bemerkt und sich unbewusst Strategien zurechtlegt, mit deren Hilfe man sich um das Problem herummogelt. Ein Stück weit kann man fehlendes Gehör durch gesteigerte Gehirnleistung ausgleichen, indem man Wörter ergänzt und Informationen errät. Das Problem wird aber von den Betroffenen meistens erst später realisiert als von der Umgebung. Sobald der Partner oder die Partnerin sachte auf die Hörstörung aufmerksam macht, ist es Zeit für eine Abklärung.

6. April 2009
Der komplizierte Weg der Töne

Das zentrale Element unseres Gehörs ist das Ohr. Es nimmt Schallwellen aus der Umwelt auf, formt diese in elektronische Impulse um und leitet sie kann entlang des Hörnervs weiter zum Gehirn. Dort werden alle diese Töne, Geräusche und die Sprache aufgenommen, verarbeitet und interpretiert.
Das Aussenohr umfasst die Ohrmuschel und den äusseren Gehörgang. Die Ohrmuschel sammelt den Schall und hilft festzustellen, aus welcher Richtung er kommt. Wenn der Schall das Trommelfell erreicht, beginnt dieses zu vibrieren und leitet ihn durch diese Bewegungen zum Mittelohr.
Zum Mittelohr gehören das Trommelfell und die Gehörknöchelchen (Hammer, Ambos und Steigbügel). Sie befinden sich auf nur einem Quadratzentimeter des Mittelohrs und sind die drei kleinsten Knochen des Menschen. Ihre Bewegungen werden durch die Bewegungen des Trommelfells ausgelöst und verstärkt den Schall um das Zwanzigfache, um die Weiterleitung zum Innenohr zu gewährleisten.  Die sogenannte eustachische Röhre verbindet Mittelohr und Nasenrachenraum durch die der Druckausgleich im Mittelohr stattfindet.
Im Innenohr befindet sich das eigentliche Hörorgan, die Gehörschnecke oder Cochlea, in der der Schall in Nervenimpulse umgesetzt wird, sowie das Labyrinth, das als Gleichgewichtsorgan dient. Die Gehörschnecke und das Labyrinth sind ähnlich gebaut: Beide sind mit einer Flüssigkeit gefüllt und besitzen feine Haarzellen, die in die Flüssigkeit reichen. Die Schnedke hat ungefähr 15-20 000 kleinste Haarzellen. Durch die Bewegung der Flüssigkeit werden diese Härchen gebogen und lösen dabei Nervenimpulse aus. Diese Impulse erreichen über den Hörnerv das Gehirn, wo sie zugeteilt und verarbeitet werden. Erst hier, im Gehirn, wird zwischen den einzelnen Wahrnehmungen unterschieden und daraus die unterschiedliche Empfindung des Gehörten bestimmt.

Zeitlupe 11/08

Schemabild des Innenohrs

31. März 2009
Vom Geräuschverstärker zum Miniatur-Computer

Für die Entwicklung der Hörgeräte war der Einzug der Digitaltechnik Mitte der 90er Jahre ein riesiger Schritt. In kurzer Zeit etablierte sich eine Generation von Hörgeräten, die alles Bisherige in den Schatten stellte. Doch woraus ergibt sich diese grundsätzlich neue Qualität?
Alle Hörgeräte verstärken Schall. Der trifft auf ein Mikrofon, das am Ohr sitzt. Elektrische Spannung baut sich auf. Bei traditionellen, analogen Hörgeräten wurde diese Spannung einfach von einem Verstärker potenziert und über einen Lautsprecher ins Innere des Ohres weitergeleitet. In einem begrenzten Rahmen konnte der Träger eines solchen analogen Gerätes die Einstellungen seines "Geräuscheverstärkers" manuell verändern. Digitale Hörsysteme funktionieren weit komplexer: diese Systeme verfügen über einen Mikrochip, eine Art Miniatur-Computer, der die eintreffenden Schallsignale digital verarbeitet. Gesprochene Worte und andere akustische Signale sind immer analoge Signale. Um diese nicht nur verstärken, sondern auch vielfältig so verändern zu können, dass der Hörsystemtragende ein Maximum an Hörverstehen erreicht, müssen diese Signale zunächst in digitale Informationen umgewandelt werden. Das übernimmt ein Analog-Digital-Wandler, der jeden Laut, jede Silbe und jedes andere Geräusch in eine Folge von Zahlen übersetzt.
Aus den klassischen Geräuschverstärkern wurden Systeme, die den Schall intelligent managen.
(Aus: Schnecke62)

31. März 2009
Komplizierte Wahrnehmung der gesprochenen Sprache

In den 1970er Jahren erkannten Murray Sachs und Eric D. Young von der John Hopkins University den Mechanismus, über den das Gehirn Sprache kodiert und folglich versteht. Sie entdeckten, dass Haarzellen im Ohr als Reaktion auf einen Laut vibrieren und dass diese Vibration in ein elektrisches Signal, ein Nervenimpuls, übersetzt und dann vom Hörnerv in andere Hirnbereiche geleitet wird.
In den 1980er Jahren konnten sie darüber Aufschluss geben, wie das Gehirn die vielfältigen über die Ohren eingehenden Informationen abbildet. Jeder der 30'000 Fasern des Hörnervs ist für eine ganz kleine Zahl von spezifischen Frequenzen zuständig. Die entscheidende Frequenz, also die Formanten, werden dann in der Hörschnecke, welche die Frequenzverarbeitung der Fasern des Hörnervs interpretiert, herausgefiltert.
(Aus: Fortschritte in der Hirnforschung 2008)

18. März 2009
Mit 70 noch hören wie in jungen Jahren?

Unmöglich, denken Sie? Keineswegs. Den Beweis treten die Mabaan an, ein afrikanisches Buschvolk, das im Sudan zu Hause ist. Die Mabaan haben die feinsten Ohren der Welt und hören mit 70 Jahren noch so gut wie 20-jährige Grossstädter der nördlichen Hemisphäre. Forscher gehen davon aus, dass das Buschvolk sein ungewöhnliches Hörvermögen der extrem lärmarmen Umwelt verdankt. Auch die karge vegetarische Kost könnte ihren Hörsinn schärfen. Schwerhörigkeit geht also nicht zwangsläufig mit dem Altern einher sondern ist - zu grossen Teilen - eine Zivilisationskrankheit. Das heisst auch, unser Lebensstil schlägt sich auf unsere Ohren nieder. Wir können unsere Ohren schützen, indem wir Schädigungen wie Stress, schlechte Ernähurng, wenig Bewegung oder Lärm vermeiden. Nicht nur Schwerhörigkeit, auch Entzündungen, Hörsturz, Tinnitus und andere Hörpobleme sind ein ganzheitliches Geschehen, das wir beeinflussen können. Ihre Ohren vollbringen täglich Hochleistungen - gehen Sie also behutsam mit ihnen um. (Reader's Digest)

16. März 2009
Hörsystemanpassung - Tipps

Wer sich infolge einer Hörschädigung grundsätzlich an einen Hörgeräteakustiker wendet, sollte sich darüber bewusst sein, dass sich eine eventuell erforderliche Hörgeräteanpassung über mehrere Wochen hin erstreckt. Der Betroffene sollte weiter wissen, dass Hörgeräte keine Lesebrillen sind, welche man nach Bedürfnis aufsetzen und dann wieder weglegen kann. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass nur ein regelmässiges Tragen der Hörgeräte in der Regel auch ein gutes Sprachverstehen garantiert.
Der Erfolg hängt auch von folgenden Faktoren ab:
- Stärke der Schwerhörigkeit
- der geistigen Fitness
- des Alters
- der Technologie des Hörsystems
- der ein- oder beidseitigen Hörgeräteversorgung
- der Bereitschaft des Betroffenen, sein Hörsystem regelmässig zu tragen
Kosmetische Aspekte sollten bei einer Hörsystemanpassung grundsätzlich nicht an erster Stelle stehen. So ist es in der Verantwortung des Hörgeräteakustikers, seine Kunden opitmal zu beraten und nicht nach dem Motto: "welches Gerät hätten Sie denn gerne?" anzupassen. Da die Werbung heute alles verspricht, ist es die Aufgabe des Akustikers realistisch und sachlich zu informieren. Alles andere führt stets zu einer nur kurzen Zufriedenheit des Betroffenen.

13. März 2009
Traggewohnheit von Hörgeräten

70% der Menschen mit unbehandeltem Hörverlust fühlen sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Zum Vergleich erfahren viele, die ihre Scheu, ein Hörgerät zu tragen, überwinden, eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens.
Ein unbehandelter Hörverlust kann fatale Folgen für die Lebensqualität der Betroffenen haben. Doch dieser Verlust kann durch die Verwendung eines Hörgerätes und fachmännische Beratung ausgeglichen werden. 30% der befragten Hörgerätebenutzer gaben an, dass sich innerhalb der ersten sechs Monate eine Verbesserung der Lebensqualität einstellte.
Verständigungstraining und Hörtraining sind unabdingbar für die einzelnen Betroffenen, um sich bestmöglich an die Geräte zu gewöhnen, sowie den optimalen Gebrauch der Hilfsgeräte wie Ferngbedienung zu erlernen.

12. März 2009
Hörverlust genetisch bedingt

Altersbedingter Gehörverlust wird in etwa 60-70 Prozent aller Fälle durch die Gene bestimmt, so eine finnische Studie an ein- und zweieiigen Zwillingen. Damit ist das Erbmaterial von grösserer Bedeutung als bisher angenommen. Der restliche Anteil wird durch Umweltfaktoren beeinflusst. (www: german.hear-it.org)

11. März 2009
Nützliche Tipps für Hörgerätebatterien
Einsetzen einer neuen Batterie

Wenn Sie den Kleber von der batterie entfernt haben, warten Sie 1-2 Minuten bevor Sie die Batterie in die Hörgeräte einsetzen. So kann genug Sauerstoff in die Batterie gelangen und Sie haben von Beginn an die volle Leistung.
Bei Nichtgebrauch des Hörgerätes:
z.B. nachts, öffnen Sie das Batteriefach. So kann auch im ausgeschalteten Modus die Batterie sich mit Luft volltanken. Das Öffnen des Batteriefachs hat noch den weiteren Nebeneffekt, dass Kondenswasser, das sich evtl. angesammelt hat, besser trocknet.
Wichtig:
Wenn Sie den Kleber der Batterie einmal entfernt haben, ist der chemische Prozess in Gang gesetzt worden und kann nicht rückgängig gemacht werden. Die Batterie entlädt sich, ob Sie das Hörgerät brauchen oder nicht. Das wieder hinkleben des Klebers hält den Prozess nicht auf, da der Kleber nicht mehr luftdicht angebracht werden kann.
Entsorgung der Batterien:
Hörgerätebatterien sind wie alle Batterien Sondermüll und dürfen auf keinen Fall in den Haushaltkehricht geworfen werden. Sie müssen zu einer Sammelstelle gebracht werden, damit sie fachgerecht entsorgt werden können.

26. Februar 2009
Hyperakusis

Wie bei den Augen das Augenlied vor grellem Licht und Fremdeinwirkung schützt, gibt es beim Ohr keinen Muskel oder ähnliches, der unser Gehör vor zu lauten Schallwellen schützen kann. Die Lärmüberempfindlichkeit (Hyperakusis) entsteht, wenn die Haarzellen in der Cochlea (Hörschnecke) defekt sind. Da nicht mehr alle Haarzellen für einen vollen Klang funktionieren, werden nur noch Bruchstücke der Schallwellen zum Hörzentrum im Hirn weitergeleitet. Diese Schallbruchstücke empfinden wir als sehr unangehenehm und überspitzt.
Rund 20'000 Haarzellen in jeder Cochlea, die lediglich so gross wie eine kleine Erbse ist, sorgen für einen angenehmen Klang. Dank diesen Haarzellen in zwei Ohren können wir auch einzelne Töne aus vielen heraushören. Diese Haarzellen aber werden im Alter müde oder sie wurden in jüngeren Jahren überstrapaziert und sterben mehr oder weniger langsam ab und beeinträchtigen somit das klangvolle Hörerlebnis.
Ältere Menschen können meistens nichts dafür, dass diese Haarzellen absterben - doch die Jugend wird in einigen Jahren von Hyperakusis geplagt werden, da sie heute viele Haarzellen durch ihre Hörgewohnheiten abmurksen und dies irgendwann, wenn es aber schon zu spät ist, bereuen.

20. Februar 2009
Airbag verursacht Hörschäden

Rund 17% aller Menschen, die in einen Autounfall mit Airbagauslösung verwickelt waren, haben einen bleibenden Hörschaden. Das zeigt eine amerikanische Studie des Gehörspezialisten Richard Price. Die Automobilindustrie will nun neue Airbags entwickeln, die körperliche Schädigungen vermeiden helfen, ohne dabei den Gehörsinn zu schädigen.
(weitere Infos german.hear-it.org)

5. Februar 2009
Pfeifen im Ohr

Frage: Ich habe am Morgen, wenn ich aufstehe, ein Pfeifen im Ohr. Zuerst ist es laut, dann wird es leiser, manchmal verschwindet es ganz. Kann das von einer Verspannung im Hals stammen? Oder könnte ein tiefer Blutdruck der Grund dafür sein?
Antwort: Beides sind mögliche Ursachen. Verspannungen rund um die Kiefergelenke und in der Kaumuskulatur kommen häufig in Frage - hier spielt die gemeinsame Nervenversorgung des Ohres und des Kiefergelenkes eine grosse Rolle. Ganz besonders leiden Personen am Tinnitus, die nachts mit den Zähnen knirschen - ein Zeichen innerer Spannung, die sich nachts manifestiert, sowie Personen mit einer Abnützung des Kiefergelenkes. Auch Personen, die schnarchen, sind besonders betroffen. Leichte Bewegungen des Kiefers, der Schultern und des Kopfes können vielleicht etwas Linderung verschaffen. Es gilt auch zu überdenken, in welchem Zustand Ihr Bettinhalt ist. Sollte Ihr Tinnitus in den Ferien in einem guten Hotelbett leiser werden, ist es vielleicht angezeigt, das alte, durchgelegene Kissen durch ein Neues zu ersetzen. Vielleicht wird auch eine gute neue Matratze die Verspannung helfen zu lösen und ein chronischer Tinnitus kann etwas gelindert werden.

3. Februar 2009
Gefahr fürs Gehör

Diabetes verursacht viele Folgeschäden wie zum Beispiel schlechte Wundheilung, Nierenschäden oder Erblindung. Jetzt kommt aus: Auch Schwerhörigkeit kann eine Folge der Zuckerkrankheit sein. Das ist das Resultat einer Studie mit über 5000 Personen aus den USA. Diabetiker hatten ein doppelt so hohes Risiko für Hörschäden.
Das Risiko für Folgeschäden lässt sich aber stark mindern, wenn die Blutzuckerwerte gut eingestellt sind. Dafür braucht es nicht immer Medikamente. Bei Typ-2-Diabetes helfen oft schon Abspecken, regelmässige Bewegung und eine gesunde Ernährung mit lang sättigenden Vollkornprodukten, viel Gemüse und Obst.

2. Februar 2009
Taubblindheit als eigene Behinderungsform

Eine Taubblindheit ist nicht einfach die Summe einer Hör- und einer Sehschädigung. Die Anerkennung der Taubblindhiet als eigene Behinderungsform ist notwendig, um spezielle Diagnoseverfahren entwickeln zu können und eine optimale Unterstützung zu gewährleisten. Dabei geht es nicht nur um die Anerkennung in den Gesetzen und Verordnungen, sondern auch um die Aufklärung und Ausbildung von Fachleuten. Für Menschen mit einer Hörsehbeeinträchtigung sind spezielle Angebote nötig, damit ein selbstbestimmtes Leben gelingen kann und die Teilhabe an der Bildung, der Arbeitswelt und der Gesellschaft gesichert ist. Weitere Informationen: www.szb.ch/de/dea_ove.php

9. Januar 2009
Alter und Taubheit

Das Thema Alter und Taubheit wurde in den letzten Jahren vor allem in den nordischen Ländern aufgenommen. Man geht davon aus, dass eine Hörschädigung bei den über 80jährigen Menschen über 20 mal häufiger vorkommt, als man bisher angenommen hat. Ein Grund für die fehlende Diagnose im Alter ist, dass das Verhalten, welches auf die Behinderung hinweisen könnte, häufig mit dem altersbedingten Abbau von Fähigkeiten oder einer Demenz in Verbindung gebracht wird. Dabei wäre es sehr wichtig, dass die Behinderung so früh wie möglich erkannt wird, damit die Unterstützung schnell einsetzen kann und Seh- und Hörreste noch eingesetzt werden können.
Weitere Infos unter www.szb.ch und www.taubblindheit.ch.

9. Januar 2009
Forscher an Uni Zürich entdecken Grund für schwere Nebenwirkungen
Antibiotika können taub machen

23.12.2008 Bern (sda) Zürich (sda) Gewisse Antibiotika können das Gehör schädigen - bis hin zur Taubheit. Erik Böttger, Forscher an der Universität Zürich, hat nun  herausgefunden, warum. Aufgrund der Erkenntnis werden jetzt Antibiotika ohne diese Nebenwerkung entwickelt.
Laut Böttger, Leiter des Uni-Instituts für medizinische Mikrobiologie, geht es um Antibiotika der Substanzklasse der Aminoglykoside, eine besonders verbreitete Art. Sie werden namentlich bei schweren und lebensbedrohenden Infektionen eingesetzt, immer häufiger auch zur Behandlung von Tuberkulose, wie es im Uni-Onlinemagazin "unipublic" vom Dienstag heisst.
Je nachdem, wie lange das Medikament eingenommen werde, könne es zu mehr oder weniger ernsten Hörschädigungen kommen. Dies reiche von "kaum wahrnehmbarem Hörverlust im oberen Frequenzbereich" bis hin zu völliger Taubheit. In gewissen Ländern wie etwa in Spanien oder China sind laut "unipublic" bis zu 20% der Taubheitsfälle Antibiotika-Nebenwirkungen.
Besonders folgenschwere Auswirkungen hat Böttger für Personen mit einer Genmutation festgestellt, welche mit der so genannten mitochondrialen Taubheit einhergeht. Normalerweise führe diese Genmutation früher oder später zu Hörschäden beziehungsweise Hörverlust. Nehmen nun betroffene Menschen Aminoglykoside ein, so verlieren sie praktisch sofort und irreversibel ihr Gehör.

16. Dezember 2008
Ortung der Geräuschquelle

Der Ursprung einer Lärmquelle trägt in hohem Masse zur Erfassung des Moments bei. Im Falle eines Hörverlusts kann jedoch der Entstehungsort falsch interpretiert werden. Informationen von links und rechts, welche nicht symmetrisch wahrgenommen werden, bewirken ein Informationschaos, was die räumliche Ortung beeinträchtigen kann. Es ist daher entscheidend, das linke und rechte Gehör vollkommen im Gleichgewicht zu halten. Nur wenn also das visuelle Bild der Umgebung mit dem akustischen Bild der Lärmquellen vollkommen übereinstimmt, sind die für die Analyse und die Klassifizierung der Informationen zuständigen Hirnfunktionen voll leistungsfähig.
Hörkomfort, Sprachverständigung und räumliche Ortung sind wieder effizient und verschaffen das Gefühl, natürlich zu hören! Eine stereophone Ausrüstung mit zwei Hörhilfen ist demnach unerlässlich, um die vollständige Hörfähigkeit wieder herzustellen und zu bewahren.

12. November 2008
Unser modernes Leben fordert seinen Tribut - unser Gehör!

Erst bemerkt man es nicht, da eine Schwerhörigkeit nicht von einem Tag auf den nächsten entsteht. Aber schon bald wird es eine ganze Generation geben, die bereits in jungen Jahren auf Höfgeräte angewiesen sein wird, wenn wir nicht besser auf das Sinnesorgan acht geben.
Aktuell sind 16 Prozent (vor 10 Jahren waren es noch 10 Porzent) der erwachsenen Europäer von einer Schwerhörigkeit betroffen, die in einem so hohen Grade auftritt, dass sie das tägliche Leben der Menschen beeinflusst. Rund 71 Millionene Europäer im Alter von 18-80 Jahren haben einen Gehörverlust von über 25 Dezibel, dem Wert, der von der Weltgesundheitsorganisation WHO als schwerhörig definiert wird.

14. Oktober 2008
Hörsturz

Der Hörsturz ist eine plötzlich auftretende, überwiegend einseitige Schallempfindungsstörung, die von Schwerhörigkeit in bestimmten Frequenzen bis hin zur völligen Ertaubung reichen kann. Ausgelöst wird er durch eine Durchblutungsstörung der inneren und äusseren Haarzellen in der Hörschnecke im Innenohr. Vele mögliche Ursachen kursieren als Erklärung für diese einschneidende Funktionsstörung. Als besonders häufiger Grund gilt, dass Betroffene buchstäblich zuviel um die Ohren haben und ihr Stressmanagement versagt.
Zusätzliche Risikofaktoren sind hoher Blutdruck, Übergewicht, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen. Andere Gründe werden in Virusinfektionen und Störungen der Immunabwehr vermutet. Auch Lärm - beziehungsweise Knalltraumata können zu einer irreparablen Schädigung des Innenohrs führen.

14. Oktober 2008
Grade von Hörverlust

Um herauszufinden, wie gut jemand noch hören kann, kann man den pro audito Telefon-Hörcheck auf der Nummer    0900 400 555    anrufen oder man lässt bei einem Hörgeräteakustiker eine genaue Abklärung machen. Da der Hörverlust auf dem rechten und dem linken Ohr nicht gleich ist, sollten beide Ohren getestet werden. Der/die Hörgeräteakustiker/-in erstellen ein Tonaudiogramm, von dem die Schwere der Höreinbusse genau ermittelt werden kann.

Leicht: Sie hören leise Geräusche nicht mehr und findes es schwierig, in lärmiger Umgebung Sprache zu verstehen.

Mittel: Sie findes es schwierig bis unmöglich, bei Hintergrundgeräuschen Sprache zu verstehen.

Schwer: Sie könen in Gruppen dem Gespräch nicht mehr folgen und verstehen nur noch, wenn direkt mit Ihnen, deutlich artikuliert, gesprochen wird.

Hochgradig: Sie nehmen nur noch laute Geräusche wahr und können diese oft nicht mehr bestimmen. Kommunikation ist nicht mehr möglich.

16. September 2008
Altersschwerhörigkeit - ein Risiko für Morbus Alzh

Eine Studie aus Frankfurt hat gezeigt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Altersschwerhörigkeit und Alzheimer gibt. Wer schwerhörig ist, hat ein um den Faktor 2.48 höheres Risiko, an Alzheimer zu erkranken als Normalhörende.
In einer zweiten Studie gilt es nun, den Nutzen von Hörhilfen und einer begleitenden Sprechtherapie bei der Erhaltung der kognitiven Fähigkeiten shwerhöriger Menschen zu untersuchen.
Hörgeschädigte sollen sich nicht wegen der Höreinbusse zurückziehen, weil dadurch der geistige Ansporn und die geistige Flexibilität eindösen. Durch die Höreinbusse kommen bereits schon weniger Impulse zum Hirn. Es ist wichtig, schon beim ersten Anzeichen von einer Hörschädigung aktiv zu werden. Ein Hörgerät für beide Ohren kann eine Massnahme sein, mit unterschiedlichen Menschen aktiv diskutieren, Jassen, Schachspielen, eine gelernte Sprache auffrischen etc. eine andere.

20. August 2008
Folgen einer Mittelohrentzündung

Eine chronische Ohrentzündung kann unbehandelt zu einer ausgeprägten Schwerhörigkeit führen. Durch die dauerhafte, eitrige Erkrankung vernarbt das Mittelohr. Dadurch kann beispielsweise das Trommelfell nicht mehr richtig bzw. erst bei extremer Lautstärke schwingen. Auch das Innenohr kann Schaden nehmen durch die fortbestehende Eiterung.
Normale Hörgeräte können bei einem so beschädigten Mittel- und Innenohr nur schwer angepasst werden. Denn die Funktionsweise von herkömmlichen Hörgeräten hat Nachteile: der vom Mikrofon aufgenommene Schall, der verstärkt auf das Trommelfell weitergeleitet wird, ist bei der benötigten extremen Lautstärke häufig verzerrt. Die eher hohen Frequenzen, die zum Sprachverstehen wichtig sind, sind dabei meist nicht so gut zu verstärken.

19. August 2008
Street Parade: Kinder ohne Gehörschutz

Eigentlich standen die Drogenberater am Samstag an der Zürcher Bahnhofstrasse, um Pillen und Pülverchen der Raver zu testen: Doch die Männer bliesen ihre Übung kurzfristig ab. Zu viert gingen sie gezielt auf Eltern mit Kleinkindern zu.
"Wir konnten nicht länger mit ansehen, wie viele verantwortungslose Eltern ihre Kids mitschleppten, ohne deren Ohren geschützt zu halten," sagt Donald Ganci, Leiter der Jugend- und Drogenberatungsstelle Zürich.
Unter den 820'000 Besuchern seien deutlich mehr kleine Kinder gewesen als in den früheren Jahren, schätzt er.
Nach fünf Stunden hatten Ganci und sein Team 5000 Ohrenstöpsel verteilt, gebraucht hätten sie ein Vielfaches. Doch längst nicht jedes Mami zeigte sich dankbar. Die einen schnauzten ihn an und betitelten ihn als Besserwisser. Dabei sei es doch offensichtlich, dass die lauten Bässe zu irreparablen Gehörschäden führen können.

13. August 2008
Pressemitteilung: Grosse Städte sind schlecht für das Gehör

Bewohner und Besucher der Grossstädte der Welt riskieren ihren Gehörsinn aufgrund der immer mehr anwachsenden Lärmbelastung. Das Vermindern dieses Risikos ist Aufgabe der Politik, unterstreicht Kim Ruberg, Generalsekretär der weltweiten Organisation Hear-it AISBL.
Der Lärm einer U-Bahn ist so laut, dass schon 30 Min. Aufenthalt an den Stationen oder in der Bahn von New York ausreichen, um einen Gehörverlust zu verursachen. Dies wurde in einer Studie, der New Yorker Universität Columbia festgestellt. Laut der Weltgesundheitsorganisation gehört New York City zu der Gruppe der lautesten Städte der Welt, genau wie Tokyo, Nagasaki und Buenos Aires.  Ausserdem gehören zu den grossen Lärmverursachern auch Madrid, Paris und Bogota.
Verkehr, Autos, Flugzeuge und Züge sind die grössten Lärmquellen. Hinzu kommen Baustellenlärm, Industrielärm, Bar-und Diskolärm.
"Unsere moderne Welt wird immer lauter", so Kim Ruber.  "Am Arbeitslatz, im eigenen Heim und in der Stadt sind wir Lärm ausgesetzt. Viele sind sich nicht einmal darüber bewusst, dass Lärm schädlich ist. Lärm gehört zu den Hauptursachen für eine Beeinträchtigung des Gehörsinns."
Permanenter Gehörverlust als Folge von Lärmbelastung berifft auch immer mehr junge Menschen. Dadurch kann die Berufsfähigkeit beeinträchtigt, sowie die Lebensqualtität verringert werden.

Bild  Tabelle des Frequenzspektrums

August 2008
Hören aber nicht verstehen

Sprache hat ein Frequenzspektrum von 100 bis 6000 Herz. In diesem Spektrum werden in der normalen Umgangssprache Lautstärken von 30 bis 60 Dezibel erreicht. Schon ein Hörverlust von 20 Dezibel führt zu einer messbaren Einschränkung des Sprachverstehens, bei 30 Dezibel Hörverlust sinkt das Verstehen von einsilbigen Wörtern auf 50%. Dass eine Schwerhörigkeit erst durch Kommunikationsprobleme auffällt, hat zwei wesentliche Gründe:
- Die meisten Umweltgeräusche sind laut genug, so dass sie auch mit einem Hörverlust von 30 Dezibel noch wahrgenommen werden können. Auch Sprache wird mit solchem Hörverlust wahrgenommen aber nicht mehr verstanden.
- Da oft die hohen Frequenzen bei einem Hörverlust betroffen sind, werden von den Sprachsignalen vor allem die Konsonanten, in denen die meisten Sprachinformationen kodiert sind, nicht mehr differenziert gehört.

Juli 2008
Hörgerätebatterien

Es ist üblich, dass Hörgeräte mit Zink-Luft-Batterien betrieben werden. Akkus für normale Hörgeräte sind sehr teuer und nur über den Hörgeräteakustiker erhältlich. Direktimporte beim Akkuhersteller sind nicht möglich. Ein solcher Akku hält etwa drei bis vier Jahre. Die Laufzeit einer Akkufüllung ist wesentlich kürzer als bei einer Zink-Luft-Batterie - die Akkus müssen also häufiger gewechselt werden.
Zink-Luft-Batterien sind bei allen Herstellern von vergleichbarer Qualität, die Preise liegen bei 8.-- bis 9.-- Franken pro Sechserpack. Hörgerätetragende, die ihre Hörgeräte von der IV subventioniert haben, können auch im AHV-Alter einen jährlichen Beitrag an die Hörgerätebatterien von Fr. 90.-- je Hörgerät zurückverlangen. Dafür ist lediglich ein gelbes Formular (erhältlich beim Hörgeräteakustiker) nötig, Belege müssen nicht beigelegt werden. Dies gilt jedoch nicht für Hörgeräte, die erst nach dem 64. resp. 65. Lebensjahr gekauft wurden.
Es gibt Hörgeräte, die einen Akku eingebaut haben. Bei diesen muss man das ganze Hörgerät in eine Aufladestation stecken. Dies sind jedoch eher Einsteigergeräte mit schwächerer Leistung. Eine Ladezeit hält etwa ein bis drei Tage, je nach Tragedauer.

Bild Piktogramm Induktionsanlage

Juni 2008:
Technische Hilfsmittel für Hörgerätetragende in Londoner Taxis:

In Londoner Taxis ist es Standard, dass im Passagierraum eine induktive Höranlage eingebaut ist. Diese ermöglicht das Gespräch zwischen dem Taxichauffeur und dem hörgerätetragenden Passagier, der im Fond des Wagens sitzt. Voraussetzung ist, dass die Hörgeräte eine Induktionsspule  (Telefonspule) enthalten und auf die Position "T" oder "MT" umgestellt werden. Mikrofone sind im Passagierraum und beim Chauffeur sehr unaffällig eingebaut. Die Taxis sind im Passagierraum mit einem Piktogramm gekennzeichnet. Diese technische Einrichtung gibt Hörgerätetragenden grössere Sicherheit, dass sie zum richtigen Hotel gebracht werden.
Ebenso in Hotels an der Rezeption oder an jedem Billetschalter hat es funktionierende induktive Höranlagen, die den Hörgerätetragenden die Kommunikation im Umgebungslärm erleichtern. Auch hier muss man die Hörgeräte auf Induktion umstellen.

Juni 2008:
Der Deutsche Schwerhörigenbund fordert, dass in der Europäischen Spielzeugrichtlinie Vorgaben zum Schutz des Gehörs an die Spielzeughersteller gesetzt werden.

Knackefrösche, Spielzeugpistolen, Musikspieldosen und ähnliches Spielzeug aber auch elektronische Abspielgeräte zum Musikhören können bei kleinen Kindern und Jugendlichen irreversible Hörschäden bewirken. Knackefrösche und Spielzeugpistolen erzeugen in Ohrnähe einen kurzzeitigen Impulslärm von 120 Dezibel und mehr. Solche lauten Geräusche können zu einem sofortigen Absterben eines Teils der Hörzellen im Innenohr führen. So kann ein gut gemeintes Geschenk der Grosseltern eine lebenslange Hörstörung auslösen.

Juni 2008:
Einschlafprobleme bei chronischem Tinnitus

Chronischer Tinnitus verleitet bei Einschlafstörungen zur Einnahme von Schlaftabletten. Das ist eine Möglichkeit, die mit grosser Vorsicht einher gehen sollte. Schlaftabletten machen nämlich süchtig!
Es gibt heute verschiedene wirksame Therapien, die helfen mit dem Tinnitus zu leben und ihn zu akzeptieren. pro audito schweiz und die Tinnitus-Liga können weiterhelfen. (www.tinnitus-liga.ch)
Verschiedene Sofortmassnahmen können helfen:
- sich wenn irgendwie möglich nicht in ruhigen Räumen aufhalten
- alleine zu Hause? Radio oder Musik im Hintergrund einschalten
- bei Lesen leise Hintergrundmusik einschalten
- nachts Fenster öffnen
- mit beruhigender leiser Musik einschlafen
- Zimmerbrunnen: plätscherndes Wasser beruhigt
- tagsüber können Hörgeräte den Tinnitus übertönen helfen
- nicht auf den Tinnitus konzentrieren, sich bewusst davon ablenken lassen

April 2008:
Schützt Impfen das Gehör?

Die Frage kann zunächst befremdlich erscheinen, denn der Zusammenhang zwischen Impfung und Verhütung von Schwerhörigkeit ist nicht geläufig. Die meisten Infektionskrankheiten, die vor der Massenhaften Einführung von Impfungen sehr viel häufiger auftraten, erscheinen nicht mehr als Bedrohung und dies dank der Impfpraxis der letzten Jahrzehnte. Auch ist der Zusammenhang zwischen dem Ausbruch einer Infektion und der Komplikation einer bleibenden Hörschädigung nicht im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.

April 2008:
Falsche Messergebnisse?

Fast jeder Hörbeeinträchtigte strengt sich bei allen Hörtests wahnsinnig an, um den Piepton möglichst früh zu erkennen und zu bestätigen. Viele sind nach dem Text erschöpft und brauchen einige Zeit zur Erholung.
Dass sie sich mit dieser Anstrengung selber schaden, ist kaum jemandem bewusst. Denn im Höralltag ist eine solche Anstrengung völlig ausgeschlossen. Die mit riesigem Krafteinsatz gewonnenen Hörtestergebnisse sind daher falsch, da sie nicht der Alltagssituation entsprechen. Sie schaden dem Hörbeeinträchtigten erheblich, weil dadurch oft zu schwache Hörgeräte oder Hörgeräte mit zu kleiner Reserve angepasst werden.

April 2008:

Die Fernbedienung wird von der IV nur in Fällen bezahlt, wenn es am Arbeitsplatz wichtig, dass die Hörgeräte während dem Arbeitsprozess umgestellt werden müssen und aus arbeitstechnischen Gründen nicht am Hörgerät selber umgestellt werden kann.
Tipp: Immer vor dem Kauf abklären wer wie viel an die Fernbedienung oder andere Hilfsmittel (Telefon mit Induktion, Telefonverstärker, Induktionsanlage am Arbeitsplatz usw.) bezahlt. Von den Zahlungspartnern sollte eine schriftliche Bestätigung verlangt werden.

April 2008:
Teures verlorenes Hörgerät

Wer sein Hörgerät offen herumliegen lässt und am folgenden Tag nicht mehr findet, handelt grobfahrlässig und erhält die Kosten für ein neues Gerät von der Invalidenversicherung (IV) nicht vollumfänglich vergütet. Diesen Grundsatzentscheid zum Verlust teurer medizinischer Geräte hat das Bundesgericht gefällt.
Situation: Vor drei Jahren erhielt ein heute 65-jähriger Mann von der IV zwei Hörgeräte im Gesamtwert von Fr. 4200.--. Rund 16 Monate später verlor der Senior eines der beiden Geräte. Er hatte damals Besuch und weil ihn die Hörgeräte bei Gruppengesprächen eher störten, nahm er sie aus den Ohren. Als er sie am nächsten Morgen wieder einsetzen wollte, war eines verschwunden. Die IV gab ihm ein neues Gerät ab, forderte von ihm aber eine Kostenbeteiligung von fast Fr. 1500.--. Dagegen rief der Senior mit Erfolg das Versicherungsgericht des Kt. St. Gallen an. Das Gericht auferlegte die Kosten für das neue Hörgerät vollumfänglich der IV.
Die gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde der zuständigen IV-Stelle hat das Bundesgericht nun gutgeheissen. Der Senior muss für die Ersatzbeschaffung des Gerätes im Betrag von Fr. 1500.-- selber aufkommen. Das offen Herumliegenlassen eines Hörgerätes stelle eine massgebliche Verletzung der Sorgfaltspflicht dar, was eine teilweise Kostenüberwälzung wegen grobfahrlässigen Verhaltens rechtfertige.

März 2008:
Können Hörgeräte auch gemietet werden?

Ein Hörgerät ist eine sehr intime Hilfe. Sollte ein Hörgeräte-Mieter seine Geräte nach wenigen Monaten Tragedauer nicht kaufen und sie zurückgeben wollen, da soeben eine neue Hörgerätegeneration auf den Markt gekommen ist, ist es dem Hörgeräteakustiker nicht mehr möglich, diese Hörgeräte weiter zu verkaufen oder weiter zu vermieten. Wir alle wollen bei einer Hörgeräteanschaffung ein neues Gerät, das auf dem neusten technischen, elektronischen und Designstand ist. Die Preise der Hörgeräte sind ja nicht nur auf ein paar Monate berechnet, sondern beinhalten die gesamte Dienstleistung während mindestens sechs Jahren. Die Hauptkosten der Hörgeräteanpassung sind nicht das eigentliche Hörgerät, sondern die Anpassungszeit und die Service-Zeit, die bei jeder Neuanpassung auch wieder verrechnet werden müsste.
Miete und/oder Ratenzahlungen verursachen enormen administrativen Aufwand. Somit würden die Kosten der Hörgeräte schlussendlich um einiges noch teurer werden. Dieser administrative Zeitaufwand würde auch auf Kosten der Dienstleistungen und Anpassungen gehen, was nicht zu akzeptieren wäre.

März 2008:
Testhörgeräte sind neue Geräte

Die Hörgeräte, die Akustiker den Kunden kostenlos zum Testen geben, sind in der Tat neue Geräte. Nach dem Probetragen werden diese an den Hersteller retourniert, der bis auf den Microchip das ganze Gerät entsorgt (also Gehäuse, Lautsprecher, die mehreren Mikrofone, Verstärker, einfach alles drum und dran). Der Microchip wird auf Herz und Nieren geprüft und wenn ok wieder verwendet. Alles andere wäre gar nicht zulässig, da Hörgeräte ein Medizinalprodukt sind und strengen Richtlinien unterstehen.
Das ist für die Industrie ein teurer Spass, aber ein gutes Mittel, um Neukunden zu gewinnen und insofern lohnend.
Auch der Akustiker, der die Geräte kostenlos zur Verfügung stellt, muss pro Gerät rund Fr. 60.-- bis 120.-- Kosten rechnen, die der Hersteller des Gerätes bei Rücksendung an ihn abrechnet. Auch seine Zeit für die Anpassung und Beratung, der administrative Aufwand und die Portokosten kommen noch dazu. Das alles wird den Kunden aber geschenkt.

März 2008:
Aus der Zeitschrift Schnecke:

Wer mit Hörgeräten versorgt wird, hört nicht nur besser, er wird auch wieder schlauer. Das ist das Ergebnis einer Pilotstudie der Universität Erlangen-Nürnberg in Deutschland. Demnach konnte eine deutliche Steigerung der Intelligenz um 3,43 IQ-Punkte festgestellt werden, nachdem Hörsysteme angepasst wurden. Untersucht wurden Personen, die vorher keine Hörgeräte getragen hatten. So konnte die geistige Leistungsfähigkeit vor und während der Nutzung von Hörgeräten verglichen werden.

März 2008:
Ist die TinniTool EarLaser-System Therapie bei Tinnitus wirksam?

Antwort von Prof. Dr. med. Andreas Schapowal, Präsident der Schweizerischen Tinnitus Liga: Nach audiologischer Lehrmeinung sowie nach Einschätzung der DTL, STL und ÖTL ist die Low Level Lasertherapie bei Tinnitus nicht wirksam. Ich persönlich rate meinen Patienten allein schon aus physikalischen Überlegungen ab. Dieses Laserlicht wird durch die Haut absorbiert und erreicht das Innenohr nicht. Ich sehe viel Marketingaktivitäten, aber keine überzeugende, in einem guten peer-reviewed Journal publizierte Studie.

März 2008:
Warum keine Wattestäbchen?

Weshalb sollte man keine Wattestäbchen zum Reinigen der Ohren benutzen?
Ohrenschmalz (Cerumen) kann eine mögliche Ursache eines Verlustes des Hörvermögens sein. Der Griff zum Wattestäbchen bringt aber nicht die gewünschte Verbesserung. Im Gegenteil, mit dem Versuch, die Ohren mit einem Wattestäbchen von Cerumen zu befreien, können Verletzungen des Gehörganges oder sogar des Trommelfelles verursacht werden. Cerumen wird gewöhnlich auf natürlichem Weg nach aussen geschoben. Die äussere Reinigung mit einem Taschentuch ist in der Regel ausreichend. Es kann vor allem bei älteren Leuten vorkommen, dass sich das Cerumen im Gehörgang ansammelt und diesen mit einem Pfropfen blockiert. Dieser kann mit einem Wattestäbchen zusätzlich verdichtet werden und blockiert somit den Gehörgang, es kommt zu einer Hörminderung. Der Arzt weicht den Pfropfen zunächst auf und spült ihn dann heraus.

Februar 2008:
Innenohrschwerhörigkeit:

Bei einer Schallempfindungs- oder Innenohrschwerhörigkeit sind die winzigen Sinneshärchen im schneckenförmigen Innenohr, der sogenannten Cochlea, betroffen und das ist prinzipiell unheilbar. Doch gibt es heute apparative Möglichkeiten, den Zustand zu korrigieren.
Die erste Unterstützung besteht meistens in Hörgeräten, die den Schall so verstärken, dass ihn selbst die schwachen Sinneshärchen noch wahrnehmen. Bei ganz hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit bleibt schliesslich das Cochlea Implantat, abgekürzt CI. Hier wird ein Sprachprozessor hinter dem Ohr platziert und gibt die hörbaren Sprachsignale an eine unter die Kopfhaut implantierte Spule weiter. Die Spule wandelt das Signal in elektrische Impulse um und leitet es an Elektroden weiter, die zu diesem Zweck chirurgisch in die Cochlea eingeschoben wurden. Von dort gelangt das Signal direkt zum Hörnerv, der es zum Hirnstamm, dem Hörzentrum im Gehirn, leitet.

Februar 2008:
Leere Hörgerätebatterien:

Fast jedes Mal, wenn ich meine Hörgeräte benutzen will, sind die Batterien leer.
Die Batterien haben eine Lebensdauer von, je nach Stärke der Batterie, ca. 100 - 300 Stunden, d.h. je nach Batterie etwa 4 - 12 Tage. Vom Moment an, wo der Kleber entfernt wird, beginnt das Entladen der Batterie und kann nicht aufgehalten werden. Da die Batterien mit Luft aktiviert werden, kann man das Entladen auch nicht mit dem wieder Anbringen des Klebers stoppen, da dieser selber nicht mehr luftdicht angebracht werden kann.
Trägt man die Hörgeräte lediglich einmal pro Woche, ist es so, dass es jedes Mal neue Batterien braucht und dazu kommt noch, dass sich das Hörzentrum im Gehirn nicht an die neuen Höreindrücke gewöhnen kann.
Hörgeräte gehören von Früh bis Spät in die Ohren und das jeden Tag, auch wenn man alleine zu Hause ist. Nur so kann man die Batterien wirklich bis zum letzten "Tropfen" nutzen.

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